Donnerstag, 17. Oktober 2013

Rhodos - Regen

Sturmschäden auf dem Weg
Heute gibt es aus Rhodos wenig zu berichten. Wie schon seit über einer Woche angekündigt, kam heute Nacht Regen und Sturm über Rhodos. Schon in der Nacht pfeift der Wind ums Haus und heute morgen steht dann das Wasser im Erdgeschoss unter Fenstern und Türen. So beginnen wir den Tag mit Entspannung, Bücher lesen, surfen etc.. Langsam bessert sich das Wetter, am frühen Nachmittag gibt es dann aber noch einmal leichte Schauer. Als dies dann endgültig vorüber scheint, machen wir uns, wie am Montag ja schon angekündigt, auf den Weg zur Akropolis von Ialysos, welche am Montag Nachmittag schon geschlossen hatte. Und wieder stehen wir vor verschlossenen Toren. Mit dem 16.10. hat anscheinend die Nebensaison begonnen und die Öffnungszeiten enden um 15:00 Uhr. Unverrichteter Dinge fahren wir also wieder zurück und hoffen auf besseres Wetter am morgigen Freitag. Insbesondere für die Überfahrt nach Symi wäre ein Nachlassen des Sturmes wünschenswert. Aktuell pfeift dieser wieder ums Haus.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Rhodos - Stadt

Für die zweite größere Unternehmung auf Rhodos haben wir uns die Hauptstadt der Insel ausgesucht. Auch wenn diese ihren Koloss vor wenigen tausend Jahren eingebüßt hat, so soll sie insgesamt doch immer noch sehenswert sein.


Murat-Reis-Moschee
Einfahrt Mandraki Hafen
Da Rhodos-Stadt keine zehn Kilometer von Ialysos entfernt liegt, brauchen wir nur rund eine viertel Stunde, um - über die Küstenstraße und entlang der Bettenburgen -  zum Parkplatz am Hafen zu gelangen. Wir parken etwas nördlich der Altstadt und in etwa auf der Höhe des Mandraki-Hafens, des historischen Hafens von Rhodos. Der Eingang dieses Hafens wurde einst vom berühmten Koloss von Rhodos bewacht. Heute wird dieser allerdings nur noch von zwei Säulen flankiert, auf welchen Hirsch und Hirschkuh, Symbole der Insel Rhodos, thronen. Nach einem kurzen Abstecher zur Murat-Reis-Moschee in der Nähe des Parkplatzes, gehen wir dann entlang des Hafens langsam in Richtung Altstadt. An der Mole reihen sich die Ausflugsboote aneinander, welche die umliegenden Inseln und auch verschiedene Häfen auf Rhodos ansteuern. Da wir ohnehin einen Ausflug nach Symi geplant haben, buchen wir hier auch gleich die Überfahrt für Freitag. Kurz darauf gelangen wir dann durch das Eleftherias-Tor in den befestigten Altstadtbereich von Rhodos.


Odos Ippoton (Ritterstraße)
Herberge der Franzosen
Vom Eingangstor aus wenden wir uns zunächst in Richtung der Ritterstraße (Odos Ippoton), welche bergauf in Richtung des Großmeisterpalastes führt. An die Straße grenzen neben dem neue Hospital die Herbergen der verschiedenen Zungen des Johanniterordens. D.h., die Herbergen der verschiedenen Landsmannschaften innerhalb des Ordens. Die Herbergen sind zwar nicht zu besichtigen, wurden jedoch in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts originalgetreu restauriert. Am Ende der Straße befindet sich dann der Eingang zum Großmeisterpalast, den wir jedoch erst später besichtigen wollen. Um 12:30 Uhr wird nämlich der Zugang zu den Stadtmauern für etwa 2:30 h geöffnet und so besorgen wir uns hier drei Tickets (2€) und warten noch zwanzig Minuten am Palast.


Südteil der Stadtmauer
Graben mit Vorwerk und Stadtmauer
Pünklich um 12:30 öffnet sich der Zugang zur Stadtmauer am Kanonentor. Die Stadtmauer von Rhodos ist immer noch nahezu komplett erhalten und umrundet den gesamten Altstadtbereich. Zu begehen ist allerdings nur etwa die Hälfte der Mauer, so dass man am anderen Ende der Stadt wieder hinabsteigt. Im Verbindung mit einem Stadtrundgang allerdings ideal. Die Mauer ist meist mindestens zehn Meter dick, und immer wieder mit Bastionen verstärkt. Vor der Mauer befindet sich ein großer Graben und auch in diesem existieren teilweise noch Vorwerke. Ein sehr imposanter Bau. Vom Kanonentor gelangen wir über einen recht schmalen Verbindungsweg auf die eigentliche Mauer, welche dann nach Süden abbiegt. Hier befinden wir uns im Bereich der deutschen, denn auch bei der Verteidigung der Stadtmauer waren die einzelnen Abschnitte den jeweiligen Zungen des Ordens unterteilt. An den deutschen Bereich schließen sich dann die Abschnitte der Auvergne, Aragons und Englands an. Nach etwas über einer halben Stunde erreichen wir dann das Koskinou-Tor und steigen von der Mauer in die Altstadt ab.


Stadtstrand von Rhodos
Gasse im türkischen Viertel
Nach der Besichtigung der Stadtmauer laufen wir ein kleines Stück durch die Altstadt und wechseln dann durch einen schmalen, unterirdischen Gang in den Burggraben. Durch den Burgraben erreichen wir schließlich den Handelshafen von Rhodos, an dem auch die großen Kreuzfahrtschiffe festmachen. Entlang des Hafens umrunden wir weiter die Altstadt, bis wir am Stadtstrand von Rhodos wieder in die Altstadt hineingehen. Kreuz und quer geht es nun durchs jüdische und türkische Viertel durch die Gassen. Überlaufene touristische Straßen und Plätze wechseln sich ab mit völlig ruhigen schmalen Gässchen. Dabei kommen wir an verschiedenen Moscheen in sehr stark variierenden Erhaltungsgraden vorbei. Auch die spärlichen Überreste von byzantinischen Verteidigungsmauern kann man noch erkennen. Die Bretterwege, über die man diese allerdings genauer ansehen können soll, sind kaum besser erhalten.


Eingang zum Palast
Mosaiken und Marmorböden
Schließlich kommen wir wieder am Großmeisterpalast an, um ihn nun auch wirklich zu besichtigen. Errichtet wurde dieser, nachdem die Johanniter 1309 die Insel von den Byzantinern erobert hatten, auf den Resten eines byzantinischen Gebäudes. Nach der Explosion eines Munitionsdepots wurde der Palast stark beschädigt, und dann während der italienischen Besatzung (1912 - 1943) restauriert. Dies jedoch leider nicht im hostorischen Kontext sondern als Residenz für den König und den Duce, welche aber den Palast beide niemals besuchten. Während die Fassaden allerdings weitestgehend originalgetreu wiederhergestellt wurden, sind in den Innenräumen viele römische und griechische Mosaike von der Insel Kos verbaut worden. Auch die vielen Marmorböden mag ich mir in einem Gebäude der Johanniter aus dem 14. Jahrhundert nur schwer vorstellen. Außer dem Gebäude an sich beherbert der Palast auch eine kleine Ausstellung über die griechische Geschichte der Insel Rhodos.


Nach der Besichtigung des Palastes ging es dann langsam zurück zum Parkplatz und anschließend zurück nach Ialysos.

Dienstag, 15. Oktober 2013

Rhodos - Westküste

Für den ersten vollen Tag auf Rhodos hatten wir uns für eine der längsten Touren entschieden. Die Fahrt entlang der Westküste mit Besichtigung alten Gerümpels:


Monólithos
Monólithos
Aussicht auf die Kerameni Bucht
Zugang zur Burg
Zunächst geht es rund 65 km an der Westküste entlang. Zuerst durch verschiedene Orte und am Flughafen vorbei, nach etwa der Hälfte des Weges wird es aber deutlich bergiger und die Straße windet sich auf und ab. Nach rund 90 Minuten sind wir dann an der Burg von Monólithos. Eine Burg, welche, wie wohl dem Namen nach zu erwarten, auf einem großen Felsblock gelegen, über dem Meer thront. Im 15. Jahrhundert erbaut, wurde die Burg unter der Herrschaft der Johanniter für die Verteidigung der Küsten eingesetzt. Die imposanten Außenmauern täuschen allerdings darüber hinweg, dass innerhalb des Burgareals kaum mehr etwas erhalten ist, von einem Tonnengewölbe einmal abgesehen. Nichtsdestotrotz, gerade auch aufgrund der tollen Lage, lohnt sich der Besuch aber in jedem Fall. In dem felsigen Gelände der Burg treffen wir auch auf die ersten Hardun, doch dazu unten mehr.


Kritiniá
Kritiniá
Burggelände Kritiniá
Aussicht auf Alímia und Chalki
Nach der Besichtigung von Monólithos geht es zurück in Richtung Nord-Osten zur Burg von Kritiná. Auch dies eine Burg die in der Zeit der Johanniterherrschaft über Rhodos errichtet wurde, um die Küsten zu sichern. In diesem Fall wurde der Bau im Jahr 1472 unter Großmeister Orsini begonnen. Zunächst sehen wir uns außerhalb der Burg um und treffen auch hier auf weitere Hardun, dann geht es hinein in die Burg. Von dieser ist zwar einiges mehr erhalten, als von der vorigen Burg, jedoch sind auch hier keine Innenräume zu begehen. Der einzige Raum ist verschlossen. Von dem erhaltenen Rest des Bergfrieds hat man jedoch eine tolle Aussicht auf die nahe gelegenen Inseln Alímia und Chálki. 



Kamirós
Blick über Kamirós
Apollontempel
Im Anschluss ging es wieder weiter die Küstenstraße entlang zu unserem letzten Stopp, der antiken Stadt Kamirós. Der Legende nach wurde diese Stadt von Althaimenes, einem Enkel des Minos gegründet, die Ausgrabungen legen jedoch nahe, dass es Mykener waren, welche sich im 14.Jh. v. Chr. hier niederließen. Nach der späteren Gründung von Rhodos wurde die Stadt jedoch bedeutungslos, so dass sie spätestens im 4. Jh. n. Chr. aufgegeben wurde. Die Überreste wurden in den 1930ern entdeckt und freigelegt. Anhand der Ausgrabungen kann man die Ausmaße der antiken Anlagen zwar gut erkennen, zumeist sind jedoch leider nur die Grundmauern erhalten.




Hardun
Hardun
Wie oben angesprochen sind uns heute an beiden Burgen einige Hardun über den Weg gelaufen. Diese Echse, auch Schleuderschwanz genannt, ist (laut Wikipedia) die einzige aus der Familie der Agamen, welche auch auf europäischem Gebiet heimisch ist. Außerdem unsere erste Begegnung mit dieser Art und daher hier einen Eintrag wert.

Montag, 14. Oktober 2013

Rhodos - Ankunft

Sieh an, wir sind in Rhodos und haben wider Erwarten doch Internet. So wird es uns also möglich sein, hier den ein oder anderen Eindruck von unserem "Spontanurlaub" gleich online zu stellen. 

Wohnzimmer und Internet

Filérimos, Rhodos-Stadt
Aussichtskreuz
Nachdem wir heute Morgen in Worms schon um kurz vor 4:00 Uhr aufstehen mussten um gerade noch so pünktlich am Flughafen Hahn zu sein, sind wir heute Vormittag zwar müde, aber doch gut auf Rhodos angekommen. Und das Ganze bei strahlendem Sonnenschein und wunderbarem Sommerwetter. Die Unterkunft liegt auch nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt und so sind wir schon gegen 11:00 (Ortszeit) in Ialysos. Nach Übernahme des Hauses geht es dann zunächst kurz ins Dorf, um ein verspätetes Frühstück zu kaufen. Frisch gestärkt dann erst einmal ... aufs Bett, Schlaf nachholen. Gegen halb vier sind wir dann so weit wieder hergestellt, dass wir zu einer kleinen Nachmittagsunternehmung aufbrechen. Etwa fünf Kilometer entfernt befindet sich der Berg Filérimos mit der antiken Akropolis von Ialysos. Allerdings hat die Ausgrabungsstätte, wie sich herausstellt, Montags nur bis 15:00 Uhr geöffnet und so fällt diese Besichtigung aus. Auch der Ausblick auf Ialysos gestaltet sich schwierig, da der nördliche Bereich des Berges komplett von dieser Stätte eingenommen wird. So bleibt uns nur, ein großes Betonkreuz zu besteigen und in der Nachmittagssonne den Ausblick in Richtung Symi zu genießen. 

Weiteres dann morgen...

PS: Wer weiss, um was für einen (Greif-)Vogel es sich hier handelt, darf mir gerne in den Kommentaren einen Tipp geben:


Sonntag, 13. Oktober 2013

Abel Tasman Coast Track

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
20.04.2007 19,6 km 750 m 750 m ca. 6:30 h -


Abel Tasman Coast Track
Abel Tasman National Park
Nachdem auch diese Tour schon etwas länger her ist, bitte ich um Verständnis, wenn die Beschreibung in den Details etwas spartanischer ausfällt als andere Wanderungen zuvor. Im Rahmen unserer Tour über die Südinsel Neuseelands hatten wir uns neben dem Routeburn Track (TBD) noch eine zweite Wanderung herausgesucht. Den Abel Tasman Coast Track, auch einer der neun Great Walks. Ein Weg, welcher an der Nordspitze der Südinsel immer an der Küste entlangführt. Große Höhenunterschiede gibt es hier nicht zu überwinden, dafür ist die Landschaft mit türkisem Wasser und hellen Sandstränden der komplette Kontrast zu den sonstigen Bergwanderungen. Allerdings konnten wir zeitlich nicht den gesamten Weg begehen, sondern nur etwa das erste Drittel des gesamten Weges. Bereits am Vorabend waren wir angereist und hatten in einem Hostel in der Nähe von Marahau übernachtet. Die Übernachtung in der Bark Bay Hut war bereits reserviert und auch für den Rückweg hatten wir im Vorfeld gesorgt: Anstatt sich vom Water Taxi abholen zu lassen, hatten wir uns dazu entschieden, per Sea-Kayak zurückzufahren.

Coquille Bay
The Anchorage
Die ersten paar hundert Meter geht es noch durch flaches, sumpfiges Gelände hinüber zum eigentlichen, dann permanent hügeligen, Wanderweg. Durch dichten Busch geht es auf und ab. Direkt am Strand entlang geht es nur selten, aber hin und wieder bekommt man auch kurzeitig Sand unter die Füße. Meistens geht es aber ein Stück oberhalb des Wassers am Küstenverlauf entlang und allenthalben öffnet sich der Blick auf die vielen verschiedenen Buchten und Strände, viele davon ausschließlich über Wasser zu erreichen. Das Wetter zeigt sich auch von seiner besten Seite, der Himmel ist absolut wolkenlos, tief blau und für Ende April ist es immer noch angenehm warm. Nach etwas über drei Stunden erreichen wir schließlich die Torrent Bay, wo wir zunächst einmal eine Rast einlegen.

Warten auf die Ebbe
Barfuß durch die Torrent Bay
Generell empfiehlt es sich für den Abel Tasman Coast Track, wenn man sich im Vorfeld über die aktuellen Gezeiten erkundigt. Gerade an der Torrent Bay, aber auch in späteren Etappen des gesamten Weges, kann man sich einige Kilometer des Weges sparen, indem man bei Ebbe direkt die Bucht durchquert, anstatt außen herum zu laufen. Als wir an der Torrent Bay ankommen, setzt die Ebbe gerade ein, und so ergibt sich der Zeitpunkt der Rast ganz automatisch. Nach einer knappen halben Stunde hat sich der Wasserspiegel dann soweit gesenkt, dass wir uns (barfuß oder in Sandalen) durch den Schlick auf den Weg machen können. Teilweise reicht in den "Abflusskanälen" das Wasser zwar immer noch bis zum Oberschenkel, aber wir kommen ohne Probleme hinüber an den Strand des Dörfchens Torrent Bay. Am Ende des Strandes heisst es dann wieder die Füße trocknen und Wanderschuhe anziehen, bevor es dann weiter geht in Richtung Bark Bay Hut.

Torrent Bay bei Ebbe
Brücke über Falls River
Direkt hinter Torrent Bay geht es recht steil den Berg hinauf, wodurch wie noch einmal einen schönen Blick auf die Bucht bekommen, die wir gerade durchquert haben. Die Ebbe ist nun auf dem Höhepunkt und in der Bucht sind nur noch vereinzelt Wasserstellen erkennbar. Der Weg folgt nun nicht mehr so direkt dem Küstenverlauf wie meist zuvor, aber an lichten Stellen kann man weiterhin den Ausblick aufs Meer genießen. Während die Schatten dann so langsam schon länger werden, überqueren wir den Falls River über eine Stahlseilbrücke. Wenige Meter vor unserem Ziel führt uns der Weg dann noch einmal direkt an einem Strand vorbei. Für einen malerischen Sonnenuntergang über dem Wasser stimmt jedoch leider die Himmelsrichtung nicht. Auf der Hütte gibt es dann mitgebrachte Fertig-Nudelsuppe (per Gaskocher) und später noch Skat bei Kerzenschein.

Abendstimmung an der Bark Bay

Das Water-Taxi bringt die Kayaks
Cyathea Cove
Am nächsten Morgen stehen wir dann am Strand bereit und warten aufs Water Taxi. Wie zu Beginn schon erwähnt allerdings nicht, um damit zurück nach Marahau zu fahren, sondern um die Kayaks in Empfang zu nehmen. Auch der Führer der Tour und einige andere Teilnehmer kommen morgens per Motorboot in die Bark Bay gefahren. Mit dem Sea-Kayak geht es dann, immer zu zweit in einem Kayak, auf dem Seeweg zurück. Inklusive Besuch der Seehund-Kolonie vor Adele Island und längerer Pause und kurzem Bad an einem Strand. Am späten Nachmittag kommen wir dann schließlich wieder am Parkplatz bei unserem Auto an, gerade noch rechtzeitig bevor die Ebbe richtig einsetzt und wir unsere Kayaks mehrere hundert Meter über den Strand hätten ziehen müssen. 

Dienstag, 1. Oktober 2013

Tongariro Alpine Crossing

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
05.05.2007 22,1 km 1400 m 1750 m ca. 8:30 h Tongariro Alpine Crossing

Tongariro Alpine Crossing
Warnschild am Fuß des Ngauruhoe
Ziemlich spät sind wir dran. Bereits Anfang Mai ist es, also etwa einen Monat vor Beginn der Skisaison, als wir es endlich auch schaffen, den Tongariro Nationalpark zu besuchen. Mit dem Tongariro Northern Circuit befindet sich hier auch einer der neun "Great Walks" des neuseeländischen Department of Conservation. Da wir jedoch nur ein Wochenende haben, haben wir uns für den eintätigen Tongariro Alpine Crossing entschieden. Ein Weg, der quer durch die Vulkanlandschaft des Tongariro Nationalpark führt. Eine vulkanisch immer noch sehr aktive Gegend: Der letzte Ausbruch des Ngauruhoe datiert von 1977, der des Ruapehu (ca. 13 km südlich) von 2007 und der des Tongariro von 2012. Nach der Uni am Freitag machen wir uns also auf den Weg und nach rund 380 km über die neuseeländischen Landstraßen kommen wir recht spät am Abend in unserer Unterkunft an. Dort sind wir die einzigen Gäste und so ist selbst der Dormroom recht gemütlich. Außerdem werden wir hier am nächsten Morgen vom Kleinbus abgeholt und zum Ausgangspunkt der Wanderung gebracht.

Aufstieg zum Ngauruhoe
Kraterrand
Früh am nächsten Morgen werden wir also abgeholt und es geht mit mehreren Zwischenstopps zum Ausgangspunkt der Tour. Die Tongariro Alpine Crossing ist keine Rundtour und so ist dieser Transport die praktischste Variante. Gegen 8:30 werden wir dann abgesetzt. Noch einmal wird uns deutlich gemacht: Abholung ist um 16:45 und 17:15, wer den zweiten Termin verpasst, nach dem wird gesucht. Und das kann dann auch teuer werden. Der eigentliche Weg beinhaltet nicht den Aufstieg zum Ngauruhoe, welchen wir aber unbedingt machen möchten. Damit müssen wir einen Umweg von mindestens zwei Stunden einplanen. Also machen wir uns vom Startpunkt ab zügig auf den Weg. Dieser ist auch sehr gut ausgebaut und führt an sumpfigen Stellen zunächst auch oft über Holzstege. So kommen wir überaus zügig zu Devils Staircase, dem steilen Anstieg hinauf auf eine Hochebene unterhalb des Ngauruhoe. Nach diesen rund 300 Höhenmetern Steigung erreichen wir schon nach etwa 1:15 h die Abzweigung hinauf zum Gipfel. Hier parken wir unsere Rucksäcke und dann geht es in Richtung Gipfel. Einen wirklichen Weg gibt es ab hier nicht mehr. Einfach immer bergauf. So weit wie möglich versuchen wir, auf felsigem Untergrund hinaufzugelangen. Dies ist jedoch nicht immer möglich und teilweise geht es über sehr weichen und feinen Geröllboden. Für jeden Schritt vorwärts rutscht man wieder einen halben Schritt bergab. Ein sehr kraftraubender Anstieg. Um 11:15 Uhr haben wir schließlich den Gipfel erreicht. Wir legen eine kurze Pause ein, genießen die Aussicht und umrunden einmal den Gipfelkrater.

Entlang des Red Crater
Blick in den Red Crater
Der Abstieg vom Gipfel geht dann erheblich zügiger. Während der weiche Untergrund im Anstieg noch große Probleme verursacht hat, so bringt er uns nun umso schneller vorwärts, da man mit jedem Schritt bergab rutscht. Wieder unten angekommen sammeln wir unser Gepäck ein und machen uns über die Ebene auf den Weg in Richtung Red Crater. Die Witterung ist weiter recht kühl, und immer wieder ziehen tiefliegende Wolken durch, es bleibt aber trocken. Am Ende der Ebene unterhalb des Ngauruhoe geht es nach links über den Grat hinauf zum Red Crater. Während wir hier bergauf gehen, ziehen immer wieder Wolken über die Kante. Schließlich erreichen wir den Kraterrand und können rechts neben uns in den Krater blicken. Ein großer Schlund in den verschiedensten Rot- und Brauntönen und eine riesige, aufgeplatzte Lavablase am gegenüberliegenden Kraterrand.
Emerald Lakes
Als wir am Red Crater über den höchsten Punkt hinüber sind, geht es auf der anderen Seite wieder einmal durch sehr loses Geröll  direkt steil bergan in Richtung der Emerald Lakes, mehrere helltürkise Seen direkt unterhalb des Red Crater. Nachdem wir neben den Seen den Abhang "hinuntergerutscht" sind, wird es Zeit für unsere erste und einzige Verpflegungspause. Aufgrund des Umwegs über den Ngauruhoe sind wir relativ spät dran und haben keine Zeit für eine ausgiebige Pause. Also setzen wir uns am Wegrand auf ein paar Felsen und sind nach etwa 10-15 Minuten auch schon wieder auf dem Weg.
Über eine kleine Ebene, vorbei an einem erkalteten Lavafeld, geht es in Richtung des letzten Anstiegs zum Blue Lake.



Ebene zwischen Blue Lake und Red Crater, im Hintergrund der Ngauruhoe in Wolken

Blue Lake
Abstieg
Die letzte Steigung des Tages ist keine größere Schwierigkeit mehr und schnell geschafft. Oben angekommen befinden wir uns nun am Ufer des Blue Lake, welchen wir schon vom Gipfel des Ngauruhoe aus sehen konnten. Und auch dieser See macht mit seiner tiefblauen Farbe seinem Namen alle Ehre. Am See vorbei geht es dann den Berg hinab in Richtung des Endpunkts der Wanderung. Bei jetzt super Wetter noch mit einer hervorragenden Aussicht in Richtung Lake Taupo. Kurz kommen wir noch an einer Hütte vorbei, aber wir müssen direkt weiter. Die letzten Kilometer ziehen sich dann doch und führen durch dichten Busch, so dass die letzte halbe Stunde auch keine Aussicht mehr zu genießen ist. Gegen 17:00 Uhr sind wir dann aber am Abholpunkt, also noch rechtzeitig für die zweite Fahrt des Busses. Da wir auch die letzten sind, fährt selbiger sogar direkt ab.
Kurze Frage des Fahrers: "Did you do Ngauruhoe?" "Yes." "Then you did good."

Abstiegsroute mit Lake Rotoaira und Lake Taupo (hinten)

Mein Zimmernachbar aus Auckland war übrigens etwa einen Monat später auf dem Alpine Crossing. Seine Gruppe musste am Aufstieg zum Red Crater wegen Schnee und Eis umkehren. Andere Wanderer mussten nach Absturz mit dem Hubschrauber gerettet werden. In einer Aucklander Zeitung las sich die Überschrift dann so: "Mountain tourists risk death in 'day of carnage'"

Dienstag, 24. September 2013

Ngauruhoe

Ngauruhoe
Höhe 2291 m
Lage Manawatu-Wanganui, Neuseeland
Gebirge North Island Volcanic Plateau
Typ Schichtvulkan
Dominanz 13 km (Ruapehu)
Schartenhöhe 990 m
Besteigung
Datum Samstag, 05.05.2007
Ausgangspunkt Parkplatz SH47, 1130 m
Route Tongariro Alpine Crossing
Steigung ca. 1160 m
Dauer ca. 2:45 h
Tour ca. 22,1 km, ca. 1400 hm