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Mittwoch, 13. Februar 2019

Karwendel 2015

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer
08. - 10.07.2015 ca. 54 km ca. 4.500 m ca. 4.075 m 3 Tage

Da in meinem Urlaub im Sommer 2015, aufgrund eines vorverlegten Fluges, noch einige Tage Platz waren, hatte ich mit zwei Freunden noch eine kurze 3-Tages-Tour durch das Karwendel eingeschoben. Da für den ersten Tag schon eine längere Tour geplant ist, reisen wir schon am Nachmittag des 07.07. mit dem Zug von München nach Innsbruck an. Es ist mit Temperaturen knapp über 38°C der bis dahin heißeste Tag in Innsbruck seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Abends angekommen gehen wir in der Innenstadt noch etwas essen und hoffen auf kühleres Wetter am Folgetag.


Tag 1: Innsbruck - Hallerangerhaus
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
08.07.2017 20.0 km 1.995 m 805 m 08:50 h Karwendel 2015 - Tag 1

Tour Tag 1
Goldenes Dachl in Innsbruck
Am Morgen des ersten Tages hat es tatsächlich abgekühlt. In der Nacht gab es schwere Gewitter und als wir starten wollen, geht gerade ein starker Schauer nieder. Mit etwas Verspätung geht es also schließlich in Innsbruck los. Da sich unser Hotel in der Nähe des Bahnhofs befindet, müssen wir zunächst einmal die Innenstadt in Richtung Norden durchqueren. Nach nicht ganz zwei Stunden erreichen wir dann auf etwas über 1.000 Meter die Enzianhütte, wo wir uns kurz hinsetzen und etwas trinken. Da wir noch einen weiten Weg vor uns haben, lassen wir die Rumer Alm und die Vintl Alm, welche wir anschließend passieren, links liegen und gehen weiter. Insgesamt ist es weiterhin stark bewölkt, hin und wieder nieselt es leicht. Meist umgeben uns Wolken. Gegen 12:30 Uhr stehen wir ein weiteres Mal vor der Entscheidung, ob wir in einer Alm einkehren wollen, entscheiden uns aber dagegen und nehmen den oberen Weg, welcher ein paar weniger Höhenmeter verspricht, aber nicht an der Thaurer Alm vorbei führt. Etwa 30 Minuten später beginnt um uns herum dann das Gewitter.  Die Thaurer Alm hätten wir vermutlich gerade so noch trocken erreicht. Etwa eine viertel Stunde lang gießt es wie aus Kübeln und blitzt und donnert. Nach einer Weile kommt noch ein seltsames Rauschen hinzu, welches wir allerdings zunächst nicht einordnen können. Nachdem das Schlimmste vorbei ist, und trotz Regenjacke völlig durchnässt, gehen wir weiter. Dabei queren wir eine Abraumhalde, welche der zerbröselnde Berg hier gebildet hat und erkennen schließlich den Ursprung des Rauschens. Ein Stück über uns hat sich durch die Regenmenge ein Wasserfall gebildet, welcher dort durch eine Rinne hervorbricht und dessen Wasser dann durch den Schutt nach unten abfließt.
Überspülte Wege im Isstal
Abstieg vom Lafatscher Joch
Gegen 13:40 Uhr erreichen wir schließlich das Törl, den auf ca. 1.770m gelegenen Übergang ins Halltal. Geplant ist von hier ein flacher Übergang ins Isstal und der anschließende Aufstieg zum Lafatscher Joch. Allerdings müssen wir nach wenigen Metern in Richtung Isstal umkehren, da der Weg, welcher hier wieder viel über Schutthalden führt, durch das Gewitter verschüttet wurde. Wir müssen also etwa 100m tiefer als geplant ins Halltal absteigen, bevor wir ins Isstal hinüber queren können. Auch bei diesem Abstieg ist der Weg teilweise weggeschwemmt, allerdings führt er hier durch erdiges und bewaldetes Gelände, so dass man über die ausgeschwemmten Rinnen hinweg steigen kann und den Weg danach leicht wiederfindet. Schließlich gelangen wir so auch ins Isstal hinein und steigen dann auf breiten Schotterwegen zum Lafatscher Joch (ca. 2.070m) auf. Es ist zwar immer noch sehr feucht, aber insgesamt hat sich das Wetter beruhigt und so kommen wir gegen 16:50 Uhr am Hallerangerhaus an. Es riecht Kaiserschmarrn! Diesen gab es aber leider nur bis 16:30 Uhr.


Tag 2: Hallerangerhaus - Karwendelhaus
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
09.07.2017 15.5 km 1.610 m 1.550 m 09:00 h Karwendel 2015 - Tag 2

Tour Tag 2
Entlang des Birkkarbaches
Als wir am Morgen des zweiten Tages aus dem Hüttenfenster blicken, hat sich das Wetter deutlich gebessert. Zwar ist es immer noch bewölkt, allerdings liegen die Wolken deutlich höher und ab und an schaut die Sonne durch. Es sieht nicht nach Regen aus. Gegen 8:00 Uhr brechen wir auf. Wir folgen zunächst auf einfachen Wegen dem Lafatscherbach entlang bergab. Dieser entspringt etwas oberhalb des Hallerangerhauses und wird auch als Isarquelle angesehen. Nach einem Abstieg von etwa 500m erreichen wir schließlich den Zufluss des Birkkarbaches. Unser Weg führt an diesem entlang nun wieder bergauf in Richtung Birkkarspitze, dem höchsten Gipfel des Karwendel. Ein dauerhafter Anstieg von etwa 1.610m. Zunächst geht es auf schmalen aber einfachen Wegen oberhalb des Baches ins Tal hinein. Im engen Tal müssen wir auch die ein oder andere Schneebrücke überqueren. Diese machen allerdings noch einen stabilen Eindruck. Auch wenn es recht kühl und weiterhin bewölkt ist, ist es angenehmes Wanderwetter. Innerhalb eines Steilstückes treffen wir eine Gruppe Engländer, die dies anders zu sehen scheinen. Sie befinden sich auf dem Abstieg vom Gipfel und sind komplett in Handschuhe, Mützen und Schals eingepackt, so dass man kaum ein Gesicht sieht. Sie stöhnen über den kalten Wind am Gipfel und sind sicht- und hörbar, irritiert, dass wir unsere Ärmel über die Ellenbogen nach oben geschoben haben.
Schneefeldfeld und Schlauchkarsattel
Gipfel der Birkkarspitze
Nach einer kurzen Vesperpause auf etwa 2.200m erreichen wir schließlich ein flaches Zwischenstück. Hier liegt noch einiges an Altschnee, welchen wir überqueren müssen. Aus diesem Flachstück heraus geht es dann anstrengend über eine sehr tiefe Schotterflanke zum Aufschwung in Richtung Schlauchkarsattel. Dieser letzte Teil des Aufstieges zum Joch ist weitgehend mit Stahlseilen gesichert, welche von uns auch dankend angenommen werden. Gegen 14:30 erreichen wir das Notbiwak am Schlauchkarsattel, samt angeschlossenem Kinderfahrrad. Ohne Pause geht es den kurzen Aufstieg zum Gipfel hinauf, wo pünktlich zu unserer Ankunft die Wolken ein wenig aufreißen. Nach einer kurzen Pause geht es zurück zum Sattel und dann hinab ins Schlauchkar. Im Abstieg dient der zuvor verfluchte Schotter nun zu unserem Vorteil, so dass wir schnell vorankommen und nach etwa zwei Stunden Abstieg das Karwendelhaus erreichen.


Tag 3: Karwendelhaus - Mittenwald
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
10.07.2017 18.8 km 895 m 1.720 m 08:20 h Karwendel 2015 - Tag 3

Tour Tag 3
Karwendelhaus und Birkkarspitze
Am letzten Tag geht es für uns ins Tal nach Mittenwald und von dort mit dem Zug wieder nach Hause. Anhand der Karten und der online verfügbaren Höhenprofile hatten wir eigentlich einen eher gemütlichen Abstieg erwartet. Vom Hüttenwirt im Karwendelhaus werden wir aber schon gewarnt, dass wir nur bis zur Hochlandhütte, oberhalb von Mittenwald, mindestens sechs Stunden einplanen sollten. Schon kurz vor 8:00 Uhr morgens geht es also wieder los. Von der Hütte aus gehen wir zunächst durch das Karwendeltal. Allerdings bleiben wir auf einem schmalen Steig auf ungefähr gleichbleibender Höhe und erreichen nach etwas über zwei Stunden die Bäralplscharte, durch die wir auf die nördliche Seite der Karwendelkette wechseln. Zunächst legen wir aber noch eine kurze Vesperpause ein.
Gjaidsteig in Richtung Westen
Blick zurück Richtung Bäralplscharte
Frisch gestärkt geht es nach etwa 15 Minuten weiter. Der Gjaidsteig, wie unser Weg hier heißt, führt nun entlang einiger Felsbänder etwa 200m bergab. Er ist hier teilweise mit Stahlseilen versichert und zu unserer rechten Seite geht es meist steil abwärts. Nachdem wir den Abstieg hinter uns haben, geht es wieder westlich in Richtung Hochlandhütte. Auf den Karten sah es hier so aus, als würde der Weg in fast gleichbleibender Höhe unterhalb des Bergzugs entlangführen. Nun stellt sich allerdings heraus, dass deutlich mehr Höhenmeter zu überwinden sind, als gedacht. Der wieder äußerst schotterige Untergrund tut sein übriges und in diesem verlieren wir einmal sogar kurzzeitig den Weg und müssen uns diesen querfeldein selbst suchen. Nach etwa 6:15h erreichen wir dann die Hochlandhütte, wo wir uns vor dem Abstieg nach Mittenwald noch ein spätes Mittagessen gönnen. Anschließend steigen wir, das Ziel ist es, den nächsten Zug noch zu erreichen, in etwa 1:15h bis hinab zum Bahnhof in Mittenwald und von dort geht's wieder nach Hause.

Dienstag, 23. Oktober 2018

Kastilien - Wanderung bei El Escorial

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
22.10.2018 13,1 km 200 m 200 m ca 4:00 h El Escorial

Wanderung bei El Escorial
Trockensteinmauern am Weg
Für den letzten vollen Tag unseres Kastilien Urlaubs hatten wir schon kurz nach Ankunft geplant, eine Wanderung zu unternehmen. Wir entschieden uns für eine leichte Tour in den Ausläufern der Sierra de Guadarrama. Unser Startpunkt befand sich dabei in El Escorial, nicht weit von der Klosterresidenz entfernt, welche wir noch am Freitag bei teilweise strömendem Regen besucht hatten. Zu Beginn der Wanderung waren auf dem Weg teilweise noch größere Pfützen, das Wetter war jedoch nahezu perfekt. Etwa 20°C und kaum eine Wolke zu sehen. Entlang etlicher Trockensteinmauern ging es zunächst immer leicht bergauf in Richtung Südwesten. Dieser Teil war außerdem noch durch, teils verfallene, Bauernhöfe und Viehweiden geprägt. Immer wieder grasten Rinder, Pferde und Esel neben dem Weg. Noch sehr gut in Schuss waren hingegen die Gleisanlagen, welche wir auf unserem Weg überqueren mussten. Nach etwa 1,5h hatten wir den höchsten Punkt der Wanderung schon beinahe erreicht und der Weg drehte nun nach Norden ab, am Fuße des Machota Baja. Hier boten sich nun immer wieder schöne Ausblicke über die Ebene in Richtung Madrid.

Stier am Wegrand
Weg zum Rastplatz
Etwa eine Stunde später hatten wir schließlich unseren angestrebten Rastplatz erreicht. Den Silla de Felipe II. Eine Ansammlung großer Felsen mit eingehauenen Stufen und Sitzegelegenheiten. Mit Blick auf die Klosterresidenz von El Escorial verspeisten wir also die mitgebrachten Vesperbrote und genossen die Sonne. 



Silla de Felipe II
Weg durch Steineichenwälder
Nach der Pause ging es zunächst steil durch einen Steineichenwald bergab. Kurze Zeit später wurde das Gelände aber deutlich flacher und der Weg führte nun meist über Graswiesen, welche weiterhin mit vielen Steineichen bewachsen waren. Nachdem wir dann wieder einen Fahrweg erreicht hatten, gelangten wir knapp außerhalb von El Escorial wieder auf den Weg, auf dem wir einige Stunden früher unseren Aufstieg begonnen hatten. Etwa eine Stunde nach Ende unserer Pause erreichten wir wieder den Parkplatz.

Mittwoch, 18. Mai 2016

Kollegenwandern Haldensee 2014 - Tag 1

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
14.06.2014 17,2 km 1.220 m 1.220 m ca 7:00 h Haldensee - Tag 1

Aufstieg Füssener Jöchle
Zur zweiten Kollegenwanderung stand noch immer der Aggenstein aus, welchen wir bereits im Jahr 2013 besteigen wollten, wozu es damals jedoch nicht gekommen war. Somit war für das folgende Jahr schon klar, dass wir wieder zum Aggenstein zurückkehren. Um nicht noch einmal den selben Weg zu laufen, starten wir dieses Mal von der österreichischen Seite aus. Wir übernachten in Haldensee im Tannheimer Tal und brechen direkt von unserer Unterkunft aus auf. Zunächst geht es in Richtung zum Füssener Jöchle. Der Weg führt anfangs noch durch den Wald, bevor wir, wenig malerisch, auf einer Skipiste steil zur Bergstation des Liftes aufsteigen. Gegen halb zehn haben wir den ersten Anstieg geschafft.

Blick Richtung Aggenstein
Aufstieg zum Gipfel
Anschließend geht es unterhalb der Sebenspitze und des Brentenjochs entlang in Richtung Bad Kissinger Hütte. Diese liegt südlich unterhalb des Gipfels des Aggenstein. Bei unserer Querung geht es wieder ein ganzes Stück bergab, bevor wir dann leicht ansteigend zur Hütte kommen. An der Hütte angekommen gönnen wir uns allerdings keine Pause, sondern steigen direkt weiter auf in Richtung Gipfel. Knapp unterhalb des Gipfels sind hier ein paar Stellen mit Drahtseilen versichert, welche aber unproblematisch zu meistern sind. Die Aussicht vom Gipfel präsentiert sich leider als sehr eingeschränkt. Meistens sitzen wir innerhalb von Wolken, nur hin und wieder können wir in die ein oder andere Richtung ins Tal blicken, wenn sich ein kurzes Wolkenloch ergibt. Auf dem Abstieg machen wir schließlich noch kurz Pause in der Bad Kissinger Hütte. Anschließend nehmen wir dann nicht den Weg, den wir zuvor gekommen sind, sondern steigen vom Aggenstein direkt süwestlich ins Tal ab. Über Grän geht es dann schließlich wieder zurück nach Haldensee zu unserer Unterkunft.

Mittwoch, 6. April 2016

Rätikon 2014 Tag 3 - von der Totalphütte nach Brand

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
26.08.2014 5,6 km 40 m 850 m ca 2:10 h Rätikon - Tag 3

Tour Tag 3
Hubschrauber an der Totalphütte
Vor Beginn unserer Tour hatten wir auch für den dritten Tag eine längere Route geplant. Der Plan war, zum Lünersee abzusteigen, diesen im Osten zu umrunden und von dort weiter nach Norden in Richtung Zimba zu gehen. Durch das Zimbajoch wollten wir dann, nördlich von Brand, ins Brandnertal absteigen. Das Wetter ist allerdings wieder deutlich schlechter geworden und schon zum Frühstück regnet es. Die lange Tour streichen wir also und planen stattdessen, direkt ins Tal abzusteigen. Aufgrund der gekürzten Tour haben wir nun allerdings viel Zeit und warten zunächst ab, ob das Wetter vielleicht noch ein wenig besser wird. Währenddessen können wir den Hubschraubern zusehen, welche im Minutentakt die Hütte erreichen. Diese wird aktuell renoviert und die Hubschrauber bringen Baumaterialien hinauf. Nachdem keine weiteren Hubschrauber mehr ankommen und auch der Regen aufgehört hat, ist es bereits 8:45 Uhr. Wir machen uns also an den Abstieg.

Lünersee
"Böser Tritt" hinab ins Brandner Tal
Von der Totalphütte geht es sofort etwa 400 m durch mäßig steiles Gelände hinab zum Lünersee. Dieser war ehemals der größte natürliche See in den Ostalpen. Seitdem er durch eine zusätzliche Staumauer zu einem Stausee gemacht wurde, hat er diesen Titel allerdings eingebüßt. Am Ufer des Sees angekommen, führt uns unser Weg entlang der Westseite in Richtung Norden zur Staumauer. Bis wir auf der Staumauer ein wenig die Aussicht genossen haben, fängt es allerdings auch wieder stärker an zu regnen und wir flüchten uns in den Gastraum der Douglasshütte. Diese liegt direkt an der Staumauer und gleichzeitig auch an der Bergstation einer Seilbahn, welche aus dem Brandnertal hinaufführt. Hier warten wir also den stärksten Regen ab, essen unsere letzten Vesperbrote und trinken jeder ein heißes Getränk. Als der Regen etwa eine halbe Stunde später etwas nachlässt, brechen wir wieder auf. Über den "Bösen Tritt" geht es im Nieselregen steil und felsig hinab ins Brandnertal. Wieder sind etwa 400 m Abstieg zu absolvieren, was wir in etwa 35 Minuten hinter uns bringen. An der Talstation der Seilbahn angekommen, gehen wir allerdings nicht mehr zu Fuß weiter nach Brand. Bei dem miesen Wetter warten wir lieber im Trockenen ab, bis der nächste Bus die Seilbahn erreicht und fahren mit diesem dann zurück zum Parkplatz und unserem Auto. Deutlich früher als ursprünglich geplant geht es also zurück in Richtung Heimat.

Montag, 4. April 2016

Rätikon 2014 Tag 2 - von der Pfälzer Hütte zur Totalphütte

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
25.08.2014 13,4 km 1.310 m 1.050 m ca 7:20 h Rätikon - Tag 2

Tour Tag 2
Pfälzer Hütte
Am Morgen des zweiten Tages heißt es natürlich wieder früh auszustehen. Nach unserer Luxusunterbringung im Einzellager gut ausgeruht, auch wenn es in der Nacht recht frisch wurde. Die Decken sind aber ausreichend dick. Über den Liechtensteiner Höhenweg und den Brandner Gletscher wollen wir heute zur Schesaplana hinüber, dem höchsten Berg im Rätikon. Auch wenn es für die 3000 m Marke (leider) nicht ganz reicht. Anschließend folgt dann noch der Abstieg vom Gipfel zur Totalphütte. Während ich auf der Hütte noch ein Müsli esse, nimmt mein Schwager nur einen Kaffee und frühstückt dann auf den ersten Metern der Tour die Reste seines Kaiserschmarrns vom Vorabend. Um 08:00 Uhr brechen wir auf.

Tschingel, 2541 m
Ziegen am Liechtensteiner Höhenweg
Zu Beginn des Weges geht es relativ ruhig los. Auf der österreichischen Seite der Grenze, bzw. des Grates, geht es in einem ständigen Auf und Ab Richtung Süden, bevor der Weg dann langsam aber sicher in Richtung Osten abschwenkt, auf den Pass, der Gross Furgga, zu. Dabei lassen sich vom Weg aus auch viele Murmeltiere und ganze Herden von Gemsen beobachten. Kurz vor der Gross Furgga kommt dann auch noch eine Herde Ziegen hinzu. Diese sind allerdings nicht ganz so scheu wie ihre wilden Verwandten und folgen uns wohl fast eine viertel Stunde lang bergauf, immer in der Hoffnung auf etwas zu essen. Kurz vor dem Pass geben sie es aber auf und bleiben zurück, während wir am Pass die Grenze zur Schweiz passieren. Unterhalb des Hornspitz führt uns der Weg hier zur Chlei Furgga, einem weiteren Pass an der Grenze zu Österreich. Vom Startpunkt abgesehen erreichen wir hier den tiefsten Punkt unserer Tagesetappe. Etwa zwei Stunden haben wir für diesen Teil gebraucht und so suchen wir uns knapp unterhalb des Passes ein windgeschütztes Fleckchen und machen eine kurze Vesperpause.

In Serpentinen steil bergauf
Versicherter Steig zum Schafloch
Danach führt der Weg, weiterhin auf der südlichen schweizer Seite des Grates, steil bergauf. Das Wetter ist an sich nicht schlecht, aber der Wind ist recht stark und äußerst schneidend. Es heißt also Handschuhe und Mütze auszupacken, während man stetig bergauf geht. Nachdem wir auf diese Weise etwa 330 m gewonnen haben, biegt der Pfad nach links ab und führt nun in kurzen Serpentinen direkt den Berg hinauf. Nachdem wir auf diese Weise weitere 150 m Anstieg keuchend hinter uns gebracht haben, erreichen wir wieder einen kleinen Pass zwischen Schafberg und Salaruelkopf. Ab hier wird es nun deutlich flacher, denn der Weg führt wieder an der Bergflanke entlang in Richtung Osten. Der Weg ist nun aber deutlich ausgesetzter und oftmals auch versichert, was wir an dieser Stelle dankend annehmen. Etwas über zwei Stunden nach unserer Pause erreichen wir so das Schafloch, den östlichen Zugang zum Brandner Gletscher. Vor uns sehen wir nun erstmals die Schesaplana.

Brandner Gletscher
Schesaplana in Wolken
Für uns beide ist es der erste Weg über einen Gletscher. Ohne jegliche Spalten und auch in recht flachem Gelände gelegen, birgt der Brandner Gletscher jedoch nicht die Gefahren, welche andere Gletscher mit sich bringen. Der Weg über den Gletscher ist also auch für dahingehend unerfahrene Wanderer machbar. Nichtsdestrotzrotz habe ich Grödeln mitgebracht, welche ich mir nun unter die Stiefel schnalle. Nötig wären diese zwar nicht, aber auf dem weitgehend unberührten Schnee hat man so doch einen deutlich besseren Halt und deshalb gehe ich voraus und spure uns den Weg in Richtung Schesaplana. Während wir uns dem Gipfel unserer Tour nähern, ziehen immer mehr Wolken auf und verhüllen den Berg nun, so dass er kaum mehr zu sehen ist. Dies soll sich auch leider an diesem Tag nicht mehr bessern und wir gehen die Besteigung des Gipfels schließlich ohne schöne Aussicht an. Aufgrund der kühlen Witterung, des Windes und des einsetzenden leichten Nieselregens, beeilen wir uns am Aufstieg. Zugegebenermaßen ist dieser ohne Aussicht reichlich unspektakulär und äußerst einfach. Die sonst obligatorische Pause am Gipfel streichen wir dann auch und steigen direkt wieder in Richtung Totalphütte ab, welche wir nur eine Stunde nach dem Gipfel erreichen.

Donnerstag, 31. März 2016

Rätikon 2014 Tag 1 - von Brand zur Pfälzer Hütte

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
24.08.2014 16,8 km 2.000 m 950 m ca 8:00 h Rätikon - Tag 1

Tour Tag 1
Für die alljährliche Wanderung mit meinem Schwager haben wir uns für das Jahr 2014 eine drei-Tages-Tour durchs Rätikon entschieden. Mit der Schesaplana steht im Rahmen einer Rundtour der höchste Gipfel im Rätikon auf dem Plan. Und da bei einer Dauer von nur drei Tagen jeder Tag zählt, hat es schon die erste Tour gleich in sich. Entsprechend früh machen wir uns am Sonntag dem 24.08. auf den Weg. Schon um kurz nach 5:00 Uhr morgens sind wir auf der Straße und auf dem Weg ins Brandnertal. Gegen 08:00 Uhr erreichen wir in Brand bei Bludenz schließlich einen großen, leeren Skiliftparkplatz, auf dem wir das Auto für die nächsten Tage stehen lassen werden. Da es im Moment aber noch etwas regnet, warten wir ein wenig, in der Hoffnung, dass es in der nächsten Zeit trockener wird. Und wir haben Glück. Gegen 08:30 Uhr kann es, noch im leichten Niesel, endlich losgehen.

Zalimtal
Aufstieg zur Oberzalimscharte
In der vergangenen Nacht hat es noch bis auf ca. 2.000 m hinab geschneit und auch an diesem Morgen ist es noch entsprechend frisch. Hinzu kommt der leichte Regen, der aber sehr bald aufhört. Noch hängen die Wolken sehr tief im Tal, aber von Zeit zu Zeit kann man auch schon ein Stückchen blauen Himmel erblicken. Zunächst geht es durch das Zalimtal bergauf, oft über breite und leicht zu begehende Fahrwege. Die Steigung sorgt jedoch bald dafür, dass uns ausreichend warm wird. Gleich darauf verlassen wir dann auch die Fahrwege und nun führen Pfade über die Wiesen des oberen Zalimtals. Nach etwas unter zwei Stunden Laufzeit und etwa 840 m Steigung erreichen wir schließlich die Oberzalimhütte auf 1.889 m. Diese Hütte des Mannheimer Alpenvereins dient als Versorgungshütte der Mannheimer Hütte. Von hier aus führt eine Materialseilbahn zu der höher gelegenen "Schwesterhütte".

Eis an der Oberzalimscharte
Blick zur Pfälzer Hütte
Nach etwas Kaffee/Apfelsaftschorle geht es ca. 45 min später weiter hinauf in Richtung Oberzalimscharte. Dank des Turbotrockenraumes der Hütte sind auch unsere Hosenbeine, welche nach dem Aufstieg durch feuchte Wiesen ganz nass waren, wieder trocken und warm. Das Wetter wird weiterhin immer besser und auch der Neuschnee, welchen wir bei unserem Aufbruch noch gesehen hatten, scheint sich immer weiter zurückzuziehen. Etwas unterhalb der Scharte beginnt dann das alpine Gelände und so geht es nun über Fels hinauf zu Scharte, welche wir gegen 12:00 Uhr erreichen. An der Scharte angekommen entschließen wir uns dazu, den etwa 100 m höher gelegenen Oberzalimkopf noch mitzunehmen. In südlicher Richtung geht es also weglos knapp unterhalb des Grates nach oben. Aufgrund des oftmals vereisten Felses entschließen wir uns aber auf ca 2.400 m zum Umdrehen, ohne den Gipfel erreicht zu haben. Wir kehren also zur Scharte zurück und steigen durch den Spusagang ab ins Gamperdonatal. Auf der anderen Seite des Tales können wir bereits die Pfälzer Hütte erkennen.

Nenzinger Himmel
Aufstieg zur Pfälzer Hütte
Im Gamperdonatal angekommen, machen wir zunächst noch einmal eine ausführliche Rast am Ufer des Hirschsees und essen unsere mitgebrachten Vesperwecken. Frisch gestärkt geht es dann durch das kleine Bergdörfchen Nenzinger Himmel. Inzwischen ist es teilweise fast schon sonnig, wenn auch frisch, bestes Wanderwetter also. Kurz vor 14:30 Uhr machen wir uns schließlich an die letzten 700 m Aufstieg in Richtung Pfälzer Hütte. Diese liegt auf dem Grat, welcher die Grenze zwischen Österreich und Lichtenstein bildet. Der Weg führt nun bis zur Hütte wieder über Wiesen und Weiden. Durch den Niederschlag der letzten Tage und die weidenden Kühe führt dies allerdings dazu, dass die Pfade teilweise sehr tief ausgetreten und schlammig sind. Zusammen mit den vielen Höhenmetern, welche wir an diesem Tag schon in den Beinen haben, sorgt das dafür, dass ich mich die letzten Meter zur Hütte mehr schleppe als laufe, aber kurz vor 16:30 ist es dann doch geschafft. Am Abend auf der Hütte gibt es dann Spaghetti/Kaiserschmarrn und eine Übernachtung im Privatlager, d. h. zu zweit in einem Lagerzimmer für vier Personen. Für eine Hüttenübernachtung also äußerst luxuriös.

Sonntag, 23. August 2015

Réunion Tag 14 - von der Gîte de Basse Vallée nach Basse Vallée

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
05.11.2014 6,5 km 20 m 580 m 2:10 h Réunion Tag 14

Track Tag 14
Gîte de Basse Vallée
Morgens um 8:15 Uhr geht es los auf die letzte Etappe unserer GR R2 Tour. Die ganze Nacht über hat es geregnet und die Temperaturen sind auch vergleichsweise niedrig, so dass die am Vortag durchnässten Klamotten weiterhin feucht und klamm sind. Insbesondere bei den Wanderhosen und den Wanderschuhen macht das morgendliche Anziehen besonders große Freude. Zum Start ist das Wetter dann allerdings besser als am Vortag, denn es regnet nur noch leicht. Wir ziehen also den Regenschutz über die Rucksäcke, ziehen die Regenjacken an und machen uns auf den Abstieg zum Meer.

Die Gîte ist vom Talort aus, nachdem sie auch benannt ist, mit dem Auto zu erreichen, so dass man auch über die Straße absteigen könnte. Wir entscheiden uns aber für den markierten Wanderweg, welcher die Serpentinen abkürzt. Über die nassen Pfade kommt man allerdings deutlich langsamer voran, so dass eine Zeiteinsparung eigentlich nicht vorhanden ist. Nach 1:25 h kommen wir in Basse Vallée an der Küste und auch an der Bushaltestelle an, von der aus wir später zurück nach Saint-Denis fahren. Auch der Regen hat inzwischen aufgehört.




Südküste Reunion
Da wir noch ein wenig Zeit haben, bis der Bus ankommt, gehen wir noch komplett bis zum Meer, um die Tour von Küste zu Küste abzuschließen. Die Wegfindung ist erst nicht ganz einfach, da es hier keinen "offiziellen" Weg zum Küstenpfad zu geben scheint. Wir steigen also am Ende des Ortes über eine kleine Mauer in ein Wäldchen hinab und laufen 100 m querfeldein zur Küste. Einen Sandstrand gibt es hier allerdings nicht, sondern steil zum Meer abfallendes vulkanisches Gestein.


Zurück im Hotel
Nach einigen Minuten gehen wir dann zurück zur Bushaltestelle. An einem kleinen Imbiss nebenan essen und trinken wir noch etwas und fahren dann mit dem Linienbus nach St. Pierre. Dort besorgen wir uns Platzkarten für die Linie Z um zurück nach St. Denis zu fahren. Diese Linie verkehrt mit Kleinbussen und hält nur in St. Pierre und St. Denis und da der Bus schon 30 Minuten vor der planmäßigen Abfahrt ausgebucht ist, fahren wir auch deutlich früher als geplant ab, so dass wir auch etwas früher im Hotel in St. Denis ankommen. Nach Abschluss der Tour verbringen wir nun noch zwei Tage in der Hauptstadt und anschließend auch zwei Tage am Meer, bevor es wieder nach Hause zurück geht.

Freitag, 14. August 2015

Réunion Tag 13 - von der Gîte du Volcan zur Gîte de Basse Vallée

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
04.11.2014 18,1 km 300 m 1.800 m 5:45 h Réunion Tag 13

Track Tag 13
Am folgenden Tag geht es etwas später los, denn wir haben heute keinen Gipfel zu besteigen. Nach einem Frühstück in unserer Luxusunterkunft brechen wir also erst um 8:30 Uhr  auf. Die Etappe ist allerdings eine der etwas längeren und gerade der lange Abstieg hat es in sich. Nach vielen Tagen unterschreiten wir zum ersten Mal wieder die 1.000 Meter und auch die Südküste der Insel ist nun nicht mehr weit. Wir brechen also bei Sonnenschein und blauem Himmel auf und laufen durch die "Mondlandschaft" der letzten Tage zunächst ein Stück zurück auf dem Weg, über den wir bereits zur Gîte du Volcan gekommen sind. Nach etwa einer halben Stunde biegen wir, weiterhin in ebenem Gelände, nach Süden ab und nähern uns wieder dem Kessel rund um den Vulkan. Über diesen ziehen allerdings schon die ersten Wolken heran, so dass der Berg selbst bisher nicht zu sehen ist. Von der Fernsicht abgesehen ist das Wetter allerdings immer noch gut.

Nach etwa einer Stunde führt der Weg dann schließlich wieder direkt an der Abbruchkante des Kessels zum Vulkan entlang. Die Wolken werden nun immer dichter. Regen ist zwar noch nicht in Sicht, aber im Nebel ist es zunehmend kühler und vereinzelt tröpfelt es auch schon ein wenig. Obwohl der Weg nun teilweise nur wenige Meter von der Kante entfernt ist, sehen wir den ca. hundert Meter tiefer liegenden Boden kaum einmal. Links von uns endet die Welt im "Nichts". So bewegen wir uns also, ohne viel von der Landschaft um uns herum wahrzunehmen, in einem großen Bogen um den Vulkan herum, meist auf fast gleichbleibender Höhe, bis wir gegen 10:30 Uhr dem Piton de la Fournaise endgültig den Rücken kehren und nach Süden abschwenken. Hier beginnt nun auch der Lange Abstieg in Richtung Basse Vallée und zur letzten Unterkunft der Tour.

Puys Raymond
Kurz nach Beginn des Abstiegs tauchen aus dem dicken Nebel plötzlich einige Vulkankegel vor uns auf. Zunächst erscheinen diese noch weiter weg und relativ groß. Doch bereits einige Meter später stehen wir plötzlich am Rande eines ca. 5 Meter hohen Kegels. Einer von mehreren kleinen Nebenkratern, welche sich hier gebildet haben, die Puys Raymond. Nachdem wir die "Kraterchen" umrundet haben, geht es wieder nach Süden und das Gelände wird immer steiler. Auch hat es nun richtig zu regnen begonnen und wir versuchen, zügig den Berg hinab zu kommen. Vielleicht wird das Wetter ja besser, wenn wir uns weiter vom Berg entfernen. Eine Hoffnung, welche sich leider an diesem Tag nicht mehr erfüllen soll. Die Vegetation wechselt jedoch mit jedem Stück, das wir weiter absteigen. Während am Anfang nur die Büsche am Wegrand größer werden, kommen nun auch bald Farne und immer größere Bäume hinzu und schließlich befinden wir uns in einem richtigen Wald, durch den wir immer weiter bergab steigen. 
Allerdings ändert sich dadurch auch der Untergrund. Während wir zu Beginn des Abstieges oft noch auf erkalteter Lava unterwegs waren und so immer festen Boden unter den Füßen hatten, wird es im Wald immer matschiger. Da der Regen keinerlei Anstalten macht nachzulassen, sind wir bald komplett durchnässt. Auch unter der Regenjacke bleibt es nicht trocken, denn mit der sinkenden Höhe steigen auch die Temperaturen und auch wenn es nicht wirklich heiß ist, schwitzt man unter der Jacke doch sehr schnell. Gegen 14:30 Uhr erreichen wir schließlich die Gîte du Basse Vallée und versuchen unsere nassen Klamotten ein wenig zu trocknen. Da es aber den ganzen restlichen Abend weiterregnet, ist dies nur in der Hütte möglich. In dieser hängen jedoch so viele nasse Dinge, dass dies kaum durchführbar erscheint. Es ist aber ja schon der letzte Abend der Tour, das Essen ist gut und der nächste Tag verspricht nur eine kurze Etappe zu werden. Es hätte uns also deutlich schlimmer erwischen können.