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Dienstag, 29. März 2016

England/Wales 2014 - von Pembroke bis Bath

Laugharne Castle
Donnerstag - 05.06.2014
Laugharne Castle
Am vor-vorletzten Tag unserer Reise geht es von Pembroke aus entlang der walisischen Südküste nach Swansea. Auf dem Weg schauen wir uns allerdings noch zwei kleinere Burgen an. Man muss sich ja treu bleiben. Zunächst fahren wir also nach Laugharne, wo direkt an der Küste eine kleine Burg liegt. Das Wetter ist heute auch wieder deutlich besser und so machen wir von Laugharne Castle aus auch einen kleinen Spaziergang. Die Burg selbst, welche hier ab dem 12. Jahrhundert angelegt wurde, ist zwar in großen Teilen verfallen, macht aber trotzdem einen sehr schönen Eindruck. Diese schöne Lage mag auch dazu geführt haben, dass in späterer Zeit das Innere der Burg von Adligen zu einem repräsentativen Wohnbereich umgebaut wurde. Die großen Fensteröffnungen in der Außenmauer zeugen noch von diesen Umbaumaßnahmen.

Kidwelly Castle
River Gwendraeth
Von Laugharne aus fahren wir weiter nach Kidwelly. Auch hier liegt eine kleinere, eher unbekannte Burg, welche hier ab dem 12. Jahrhundert den Fluss Gwendraeth bewacht, der bis zu dieser Stelle schiffbar war. Auch diese Burg liegt sehr malerisch oberhalb des meandernden Flüsschens und bei dem schönen Wetter macht die Besichtigung gleich doppelt Spaß. Nachdem wir die Burg erkundet haben, laufen wir noch ein wenig durch das Örtchen Kidwelly, bevor wir dann zu unserer Unterkunft in Swanseas weiterfahren. Dort essen wir noch in der Innenstadt zu Abend.


Freitag - 06.06.2014
Für Freitag stehen im wesentlichen zwei Punkte auf unserem Programm. Bevor wir allerdings mal wieder eine Burg besichtigen, geht es zunächst in Richtung Nordosten an den südlichen Rand des Brecon Beacons National Park. Hier haben wir uns noch einmal eine kleine Wanderung herausgesucht, den "Four Waterfalls Walk". Vom Wanderparkplatz aus führt der Pfad am Afon Mellte entlang flussabwärts. Zunächst geht es gemütlich direkt und einfach am Wasser entlang. Im weiteren Verlauf müssen aber auch immer wieder steilere Passagen entlang der Schlucht überwunden werden, insbesondere wenn der Fluss an einem Wasserfall schnell an Höhe verliert. Vom untersten der vier Wasserfälle aus geht es dann, weitestgehend auf denselben Wegen, wieder bergauf zurück zum Ausgangspunkt.

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
06.06.2014 7,8 km 310 m 310 m 2:15 h Four Waterfalls Walk

Äußere Befestigung
Innere Befestigungen
Nach unserer Wanderung fahren wir weiter in Richtung Cardiff. Bevor wir uns dort zu unserer Übernachtungsmöglichkeit begeben, gilt es, noch ein letztes Mal in diesem Urlaub, eine Burg zu besichtigen. Caerphilly Castle, knapp nördlich von Cardiff gelegen, ist die zweitgrößte Burganlage in Großbritannien. Zu der Anlage gehören große, künstlich angelegte Wasserflächen, welche in zwei Ringen die Burg umgeben. Als diese Burg im 13. Jahrhundert angelegt wurde, war dieser Entwurf einer der fortschrittlichsten seiner Zeit. Nach der Eroberung von Wales hatte die Burg meist jedoch nur eingeschränkte militärische Bedeutung. Nichtsdestotrotz eine sehr beeindruckende Festungsanlage.


St. Andrews Cathedral
Samstag - 07.06.2014
Bath
Am letzten Tag unseres Urlaubs geht es wieder zurück nach England. Zunächst besuchen wir Wells. Dort besichtigen wir mit der Kathedrale von Wells die älteste Kirche der englischen Gotik. Da hier an diesem Wochenende der neue Bischof von Wells und Bath geweiht werden soll, sind diverse Vorbereitungsarbeiten im Gange, wir können die Kirche aber dennoch besuchen. Anders geht es uns da mit dem Bischofspalast, der nun leider geschlossen ist. Anschließend fahren wir weiter nach Bath, wo wir die Innenstadt besuchen, aber keine großen Besichtigungen mehr anstehen. Unsere letzte Nacht in England verbringen wir in der Nähe von Bath, bevor wir dann am nächsten morgen früh nach Birmingham aufbrechen, um von dort zurück nach Frankfurt zu fliegen.

Sonntag, 27. März 2016

England/Wales 2014 - von Llandudno bis Pembroke

Bereits im Jahr 2014 habe ich angefangen, den Urlaub in England und Wales hier zu rekapitulieren. Das hatte ich bis heute leider immer noch nicht abgeschlossen. Dies wollte ich aber noch tun, bevor ich dann endlich weitere Gipfel- bzw. Wandertouren vorstelle, die sich in der Zwischenzeit angesammelt haben. Also hier nun in kürzerer Zusammenfassung die letzten Tage des Urlaubs England/Wales 2014:

Conwy Castle
Sonntag - 01.06.2014
Beaumaris Castle
Am Samstag den 31.05.2014 waren wir bereits nach Llandudno in Wales gefahren, wo wir eine Unterkunft für zwei Nächste gebucht hatten. Für den Sonntag steht damit dann eine Rundtour an der walisischen Nordküste an mit verschiedenen Burgen, welche Edward I nach der Eroberung von Wales hatte anlegen lassen. Alle diese Burgen liegen (bzw. lagen) direkt an der Küste und hatten so im Falle einer Belagerung die Möglichkeit, über See versorgt zu werden. Als erstes geht es also nach Conwy, wo, nur ein paar Kilometer von Llandudno entfernt, Conwy Castle über der Stadt thront. Conwy Castle ist eine wunderschöne Burg mit acht Rundtürmen. Die Burg diente, wie auch die anderen von Edward I errichteten Burgen dazu, die Waliser davon abzuhalten, gegen die englische Besatzungsmacht aufzubegehren. Anschließend geht es mit dem Auto weiter nach Anglesey, einer großen Insel am nordwestlichen Ende von Wales, welche nur durch einen schmalen Kanal vom walisischen Festland getrennt ist. Dort hatte Edward Beaumaris Castle errichten lassen. Diese Burg liegt nicht auf einem Fels, sondern, durch einen Kanal mit dem Meer verbunden, im flachen Gelände. Es sollte ursprünglich das "Meisterwerk" der edwardschen Burgen werden und die Ausmaße sind durchaus beeindruckend. Allerdings wurde sie leider niemals fertiggestellt.

Caernarfon Castle
Zum Abschluss des Tages fahren wir weiter nach Caernarfon, etwas südlich und gegenüber von Anglesey auf der Festlandseite gelegen. Auch dies, wie Conwy Castle, eine Burg mit sehr vielen Türmchen, in diesem Fall allerdings keine runden, sondern sechseckige Türme. Diese Burg liegt mehr oder weniger direkt in dem kleinen Ort Caernarfon, oberhalb des Hafens. Innerhalb dieser Burg werden auch die Prinzen von Wales gekrönt, auch wenn das letzte Mal schon sehr lange zurückliegt. Nach der Besichtigung der Tour, kurz vor Ende der Öffnungszeiten, geht es in Caernarfon dann noch zum Abendessen ins Black Boy Inn, zu Steak and Ale pie. Dieses war uns von einem älteren britischen Ehepaar in unserem Bed & Breakfest in Llandudno empfohlen worden und dies durchaus zurecht! Auch wenn ein Restaurant mit verlegtem Teppichboden für deutsche Touristen eher ungewohnt anmutet.


Snowdonian Mountains
Montag - 02.06.2014
Afon Glaslyn
Am Abend des nächsten Tages hatten wir eine Übernachtung in Barmouth an der walisischen Westküste gebucht und mussten so durch die Snowdonian Mountains nach Südwesten. Dabei hatten wir geplant, ggf. eine kleine Wanderung auf den Mount Snowdon, den höchsten Berg von Wales (1.085m!) zu unternehmen. Als wir allerdings an den Ausgangspunkt dieser Wanderung kommen, zeigt sich - wenig. Schon einige Meter unterhalb des Parkplatzes ist die Sicht gleich null und so verwerfen wir den Plan der Wanderung und fahren einfach weiter durch den Snowdonian National Park. Die Gegend lohnt sich aber nichtsdestotrotz. An einer besonders schönen Stelle in dem kleinen Tal des Afon Glaslyn steigen wir aus und machen einen kurzen Spaziergang.

Harlech Castle
Barmouth
Kurz nachdem wir die Snowdonian Mountains verlassen und die Westküste erreicht haben, machen wir noch bei Harlech Castle Halt. Wieder einmal eine edwardsche Burg, die nach größeren Verlandungen in den letzten Jahrhunderten allerdings nicht mehr direkt am Meer liegt. Die Burg ist beeindruckend auf einem steil aufragenden Felsen gelegen und durch einen kleinen Graben auch rückwärtig vom Dorf getrennt. Zu Zeiten als das Meer noch direkt bis zum Fuße des Fels reichte, muss diese Festung kaum einzunehmen gewesen sein. Danach fahren wir dann nur noch an der Küste entlang nach Süden bis wir schließlich Barmouth erreichen. Hier machen wir noch einen kleinen Nachmittagsspaziergang am Strand, bevor wir dann unser Zimmer beziehen. Als wir uns allerdings gegen 19:30 Uhr auf den Weg machen, um etwas zu Abend zu Essen, haben die meisten Läden schon geschlossen, so dass wir uns schließlich mit Fish & Chips aus einem Fast-Food Laden begnügen müssen, welche eindeutig nicht die besten Fish & Chips dieses Urlaubs sind.


Cemaes Head
Dienstag - 03.06.2014
Cemaes Head
Am nächsten Tag geht es von Barmouth nach Fishguard. Da auf dem Weg keine großen "Sehenswürdigkeiten" liegen und wir schon am Tag zuvor unsere geplante Wanderung nicht machen konnten, entscheiden wir uns an diesem Tag für eine kleine Wanderung entlang der Küste von Pembrokeshire. Wir wählen einen Rundweg, der in Teilen dem Pembrokeshire Coast Path National Trail folgt, der Wanderung von "Cemaes Head". Der Trail entlang der Küste ist zwar sehr gut ausgeschildert, um den Zu-/Ausgang zu/von unserem Rundweg zu finden lohnt es sich allerdings, ein GPS-Gerät und eine Karte der Tour dabei zu haben. Beides ist bei uns der Fall und so finden wir (fast) ohne Probleme stets den richtigen Weg. Teilweise sind die Wege stark überwachsen und auch etwas schlammig, aber insbesondere entlang der Steilküste folgen wir einem wunderschönen Weg.

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
03.06.2014 9,5 km 430 m 430 m 2:25 h Cemaes Head

Pentre Ifan
Eiche am Wegesrand
Nach Abschluss unserer Tour machen wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in der Nähe von Fishguard. Da wir noch relativ früh dran sind, machen wir aber noch einen kurzen Abstecher zu einem der vielen Dolmen in Wales, dem Pentre Ifan. Dieser ist zwar einerseits als große Sehenswürdigkeit in verschiedenen Karten angepriesen. die Anfahrt über schmalste Sträßchen lässt uns daran allerdings zweifeln. Nach einiger Fahrerei stehen wir dann plötzlich mitten im Nirgendwo an einem Parkplätzchen, von wo aus man zu Fuß nach einigen Metern den Dolmen erreichen kann. Dieser selbst ist eher unspektakulär, wenn man schon einmal aufeinandergestapelte, große Steine gesehen hat. Nach dieser Besichtigung geht es dann weiter zu unserer Unterkunft im Tabor House, wo wir als erstes mit frischem Tee und vielen Tipps zu Unternehmungen in der Umgebung empfangen werden. Da wir auch hier nur eine Nacht bleiben werden, können wir aber leider viele der Empfehlungen nicht wahrnehmen.


The Last Invation Tapestry
Mittwoch 04.06.2014
Kathedrale von St. Davids
Am Morgen des folgenden Tages fahren wir zunächst in das kleine Örtchen Fishguard. Dort gibt es einen langen Wandteppich, der die letzte (versuchte) Invasion der Franzosen in Britannien darstellt. Innerhalb des ersten Koalitionskrieges landeten zwei französische Schiffe im Jahr 1797 in Fishguard. Die Aktion war allerdings ein ziemlicher Reinfall, beide Schiffe wurden von den Engländern geentert und fast 1.400 Franzosen gingen in Gefangenschaft. Zum Anlass des Jubiläums im Jahr 1997 haben einige Bewohnerinnen von Fishguard deshalb einen langen Wandteppich bestickt, welcher nun in der Bibliothek von Fishguard ausgestellt wird und kostenlos besichtigt werden kann. Ähnlichkeiten mit anderen Wandteppichen sind sicherlich rein zufällig.

Kathedrale von St Davids
Bischofspalast von St. Davids
Anschließend fahren wir dann in den äußersten Westen von Wales nach St. Davids. In diesem kleinen "Dorf" wirkte im sechsten Jahrhundert der heilige David, der Schutzpatron von Wales. Diesem Umstand verdankt St. Davids auch seine Kathedrale, einen alten Bischofspalast und das Stadtrecht. In den letzten Jahren hat die Kathedrale von St. Davids aber ein Problem, denn sie wurde an einem Hang erbaut, welcher sich als etwas instabil erwiesen hat. D. h., sie rutscht ab und innerhalb der Kirche gibt es kaum mehr einen rechten Winkel. Die Wände auf dem Foto scheinen also nicht nur auseinander zu streben, sie tun es wirklich. In direkter Nachbarschaft der Kathedrale liegt der Bischofspalast, welcher im 13./14. Jahrhundert errichtet wurde. Dieser ist zwar deutlich verfallen, der Rundgang bietet trotzdem einen tollen Eindruck davon, wie prachtvoll der Palast zu seiner Zeit gewesen sein muss.

Pembroke Castle
Pembroke Castle Gate House
Am Nachmittag fahren wir weiter nach Pembroke, wo wir mit Pembroke Castle unsere erste waliser Burg besichtigen, welche nicht unter Edward I errichtet wurde. Pembroke Castle ist eine große Anlage, welche auf einem Felsrücken oberhalb eines Flusses erbaut wurde. Schon zur Zeit der Römer soll sich hier eine Festung befunden haben und bis ins 17. Jahrhundert hinein, als die Burg im Bürgerkrieg durch Oliver Cromwell weitgehend zerstört wurde, wurde diese immer wieder Verweildauer insgesamt ein wenig abkürzt.

Dienstag, 29. Juli 2014

England/Wales 2014 - von York nach Wales

Clifford's Tower
Rundgang über den Turm
Am Samstagmorgen geht es zunächst wieder hinein nach York. Nachdem wir am Vorabend nur einen Teil der Stadt im Dunkeln gesehen hatten, geht es nun zum Sightseeing bei Tag. Zunächst machen wir uns wieder auf den Weg zu "Clifford's Tower" oder ganz einfach zur Burg von York. Die Burg wurde schon im Jahre 1068, unter der Herrschaft von Willhelm dem Eroberer, als Motte erbaut. Die Burg spielte in der Verteidigung von York zwar noch lange eine Rolle, wurde allerdings nie zu einer größeren "Burganlage" ausgebaut. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde sie dann auch noch als Gefängnis genutzt. Nach der Explosion des Magazines der Burg im Jahre 1684 sind im Inneren keine mittelalterlichen Überreste mehr zu sehen. Die Außenmauern sind allerdings recht gut erhalten und lassen sich auch über innen gelegene Wendeltreppen ersteigen. Nachdem wir die Burg besichtigt und uns von oben einen Überblick über die Stadt verschafft haben, machen wir uns anschließend auf den Weg in Richtung Münster.

Bevor wir dorthin gelangen, geht es aber zunächst noch ins Jorvik Viking Centre, einem Museum, welches sich dem dänischen York, oder eben Jorvik, widmet. Dänische Heere eroberten die Stadt im Jahr 866 und herrschten über York fast 100 Jahre lang. Das Museum befindet sich direkt über einem Grabungsgelände und ist meiner Meinung nach sehr ansprechend gestaltet. Insbesondere für Familien mit Kindern kann man das durchaus empfehlen. 
Anschließend geht es dann durch die Gassen von York weiter zum Münster, der größten englischen Kirche des Mittelalters. Wir betreten die Kirche kurz und umrunden anschließend das Gelände und setzen dann unseren weg durch die malerische Altstadt weiter fort. An diesem fast schon sonnigen Samstag ist gefühlt die gesamte Stadt auf den Beinen. Wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns und machen uns deshalb schon am frühen Nachmittag wieder auf den Weg zum Hotel und unserem Auto. Es geht nach Wales.

Pier von Llandudno
Nach einigen Stunden Fahrt kommen wir schließlich am frühen Abend in Llandudno an, der Nordküste von Wales. Die ersten zwei Nächte in Wales verbringen wir in der gleichen Unterkunft, dem Plas Llwyd. Llandudno selbst ist ein Strandbad und begrüßt uns an diesem Abend mit strahlendem Sonnenschein und fast schon sommerlichen Temperaturen. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, gehen wir also noch etwas an der Strandpromenade spazieren, bevor wir uns einen geeigneten Platz für unser Abendessen suchen.

Dienstag, 24. Juni 2014

England/Wales 2014 - von Nottingham nach York

England als Klischee
Robin Hood von der Burgmauer
Am Freitag den 30.05. steht für uns zunächst Nottingham Castle auf dem Programm. Schon recht zeitig sind wir aufgestanden, haben ausgecheckt und anschließend unser Gepäck wieder im Auto verstaut. Nach einem kurzen Stehfrühstück sind wir dann pünktlich um 10 Uhr am Schloss, um direkt mit der Öffnung hinein zu gelangen. Zunächst umrunden wir entlang der Außenmauer den Schlosspark, von dem aus man einen recht guten Blick über die darunter gelegene Stadt hat. Sonderlich viel von den Verteidigungsanlagen ist hier allerdings nicht mehr zu sehen. Und auch das Castle auf dem höchsten Punkt des Burgbergs wirkt insgesamt vergleichsweise modern. Aus der Zeit Robin Hoods sind diese Bauten jedenfalls nicht. Das Museum im inneren des Schlosses lädt uns dann auch nicht zum lange Verweilen ein. Es gibt einen Teil zu Robin Hood, eine Regimentsausstellung zu den Sherwood Foresters, einen Teil zur Kleidungsgeschichte usw.. Insgesamt fehlt der rote Faden und so verbringen wir hier nicht mehr viel Zeit. Zudem haben wir ja ein enges Programm geplant und so machen wir uns schon gegen 11 Uhr auf den Weg in den Sherwood Forest.

Major Oak
Sheerwood Forest
Im Sherwood Forest haben wir eine kleine Wanderung im Auge, laut dem Flyer, den wir im Schloss bekommen haben, rund 3,5 Meilen lang. Vom Visitors Center aus geht es aber zuerst zur Major Oak, einer 800 bis 1.000 Jahre alten Eiche. Der Legende nach sollen sich schon Robin Hood und seine fröhlichen Gefährten in diesem Baum versteckt haben: das mag man glauben oder auch nicht. Der Baum an sich ist jedenfalls beeindruckend in seiner Größe, wird allerdings schon seit einiger Zeit mithilfe eines Gerüsts am Zusammenbruch gehindert. Nach diesem kurzen "Touri-Stopp" geht es dann auf die größere Runde durch den Wald. Dieser präsentiert sich so wie vermeintlich schon seit hunderten von Jahren, vor allem mit vielen, urigen, verwachsenen, großen, knorrigen Eichen. Was geradeaus zu wachsen bedeutet, das hat diesen Bäumen noch nie jemand erklärt. Durch gezielte Waldweide mit Rindern wird diese Kulturlandschaft am Leben erhalten. Nach fast zwei Stunden geht aber auch unser Aufenthalt im Sherwood Forest seinem Ende entgegen und wir ziehen wieder weiter.

Fassade von Newark Castle
Innenhof von Newark Castle
Das eigentliche Ziel des Tages ist, wie die Überschrift schon andeutet, York. Wir entscheiden uns aber kurzfristig für einen weiteren kleinen Abstecher und fahren zunächst nach Newark-on-Trent. Hier wollen wir uns noch Newark Castle ansehen. Hier starb z. B. im Jahre 1216 Johann Ohneland, Bruder und Nachfolger von Richard Löwenherz. Die Burg selbst scheint zunächst noch einigermaßen gut erhalten und auch die Umgebung mit einem Kanal direkt vor der Burg ist durchaus schön anzusehen. Über eine Schleuse geht es dann hinüber und um die Burg herum. Von der anderen Seite zeigt sich dann allerdings, dass die Mauer zum Kanal hin der einzige Teil der einstigen Fassade ist, welcher noch stehen geblieben ist. Innerhalb des einstigen Burgbereichs befindet sich nun ein kleiner, öffentlicher Parkbereich. Nach kurzem Sightseeing und einem Sandwich gegen den ärgsten Hunger geht es dann weiter nach York.

Cliffords Tower
Micklegate Bar
Als wir in York ankommen, ist es nach dem langen Tag schon relativ spät. Wir checken zunächst ein und als wir schließlich in Richtung Innenstadt aufbrechen, um uns etwas zu Essen zu suchen, ist es schon kurz vor 20 Uhr. Im Gegensatz zu Nottingham am Vorabend hat York aber definitiv einen tollen Altstadtbereich zu bieten. Eine mittelalterliche Stadtmauer mit gut erhaltenem Eingang und viele alte Gebäude, Fachwerk und verwinkelte Gassen. In einer dieser Gassen bleiben wir dann schließlich zum Abendessen. Wir haben Glück, denn es ist Freitag und an diesem Tag hat unser Restaurant besonders lange geöffnet: bis 21:30 Uhr. Engländer scheinen einfach nicht gerne spät zu Essen. Nach dem Essen geht es in der Dämmerung noch ein wenig weiter durch die Altstadt und schließlich zu "Cliffords Tower", der alten, steinernen Motte von York. Kurz vor 22 Uhr hat diese inzwischen natürlich geschlossen und so begeben wir uns zurück ins Hotel. Nach einem Bier von der Hotelbar geht es dann auch bald ins Bett.

Montag, 23. Juni 2014

England/Wales 2014 - Anreise und erster Tag

Zu guter Letzt komme ich jetzt also doch noch dazu, den Urlaub auch hier im Blog aufzuarbeiten. Vom 29.05. bis zum 08.06. waren Oli und ich in Nordengland und Wales mit dem Mietwagen unterwegs. Für mich persönlich war es das erste Mal auf der Insel und nach diesen Eindrücken muss ich sagen, dass es hoffentlich nicht das letzte Mal war. Aber nun von vorne.

Robin Hood
An Christi Himmelfahrt dem 29.05. geht es schon früh am Morgen los in Richtung England. Mit dem Zug zunächst nach Frankfurt und von dort mit dem Flieger nach Birmingham. Von dort reisen wir dann per Mietwagen direkt weiter nach Nottingham, unserem ersten Etappenziel der Reise. Zwar sind wir schon um kurz nach 12 Uhr Ortszeit am Flughafen in Birmingham, doch bis wir dann wirklich in Nottingham angekommen sind, geparkt und auch noch im Hotel eingecheckt haben, ist es schon kurz vor 17 Uhr. Das Zimmer ist sauber, günstig und die Einrichtung dem Preis angepasst. Das Wetter nicht ausgesprochen schlecht, d. h., es regnet nicht akut, aber der Himmel ist stark bewölkt und der Boden nass. Für englische Verhältnisse also ein wunderschöner Tag. :)

Ye olde trip to Jerusalem
fish 'n' chips & stout beer
So führt unser erster Weg dann in Richtung Burg, wo uns aber nur erklärt wird, dass selbige nur bis 17 Uhr geöffnet hat und wir uns deshalb bis zum nächsten Tag gedulden müssen. Wir ziehen also unverrichteter Dinge weiter und beschließen, ein wenig durch die Stadt zu laufen. Unterhalb des Burgtores stoßen wir dann gleich auf die ersten Robin Hood Skulpturen und Plaketten, welchen man in Nottingham einfach unmöglich ausweichen kann. Rund um den Burgberg geht es weiter und schon wenige Minuten später kommen wir zum Ye olde trip to Jerusalem, dem nach eigener Aussage "oldest inn in england". Und damit dies niemand in Zweifel zieht, ist es auch in großen Buchstaben außen am Gebäude angeschrieben. Das Gebäude selbst liegt direkt am und im Burgberg. Das heißt, dass einige der Räume als Höhlen in den Fels gegraben sind. Teilweise fällt sogar über hohe Kamine auch natürliches Licht hinein. Diese Kamine sind jedoch nur sehr schwer abzustauben und so muss man wohl damit leben, dass einem von Zeit zu Zeit Spinnweben auf den Kopf (glücklicherweise nicht ins Bier) segeln. Allerdings will ich nicht den Eindruck erwecken, dass sich der Besuch nicht gelohnt hätte. Die Räumlichkeiten sind wirklich beeindruckend und die fish 'n' chips sehr gut. Und das Stout schmeckt eben wie ein Stout schmecken muss, Oli liebt es also und ich .. trinke es.

Old Market Square mit Council House
Nach dem Essen und zwei Pints Bier geht es noch ein wenig weiter durch Nottingham. Zunächst vollenden wir unsere Runde um den Burgberg und ziehen dann wieder zurück in Richtung Innenstadt. Auch hier gibt es noch das ein oder andere Fachwerkhaus, von einer echten "Altstadt" zu reden wäre aber wohl übertrieben. Zum Abschluss des Tages geht es dann später noch auf ein "Strongbow" (Cider) in einen weiteren Pub und anschließend zurück ins Hotel und ins Bett. Für den zweiten Tag hatten wir ja auch schon einiges geplant.