Sonntag, 23. November 2014

Réunion Tag 3 - von Dos d'Âne nach Aurère

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
25.10.2014 13,7 km 875 m 950 m 7:30 h Reunion Tag 3

Tour Tag 3
Rivière des Galets
Am folgenden Morgen geht es dann gut ausgeruht weiter. Nach ausgiebigem Frühstück schon um 7:00 Uhr (inklusive Wachteleiern) brechen wir um kurz vor halb neun an unserer Unterkunft auf. Zunächst müssen wir durch Dos d'Âne hindurch zurück zum GR R2, kaufen uns für unterwegs eine Flasche Cola und folgen der Ausschilderung dann über eine geteerte Straße bergab. Die Temperatur beträgt bereits wieder 25°C (auf rund 1000 m Höhe) und kein Wölkchen trübt den strahlend blauen Himmel. Nach etwa 2,5 km verlassen wir dann aber diesen eher unspektakulären Teil der Strecke und biegen links ab. Der Abstieg zum Rivière des Galets. Dieser bildet den Abfluss des Cirque de Mafate in Richtung Meer und über diese Schlucht gelangen wir in den Kessel, den wir innerhalb der nächsten fünf Tage durchqueren werden. Dies bedeutet aber eben auch, dass wir uns von den rund 1050 m in Dos d'Âne auf die rund 250 m Höhe des Flusses hinabbegeben müssen.

Abstieg zum Rivière des Galets
Der Crête d'Aurère (Bildmitte)
Der größte Teil des Hanges liegt hier unter dichtem Bewuchs, so dass die Temperaturen zwar immer noch sehr hoch sind, durch den Schatten aber einigermaßen erträglich. In diesem Teilabschnitt überholen uns nun auch die ersten Läufer des Grand Raid Réunion, eines Ultralaufes (bzw. drei verschiedener Läufe), der non-stop quer über die Insel verläuft. Hier treffen wir die Läufer aber noch sehr vereinzelt an, während wir im späteren Verlauf des Tages oftmals richtige Pausen einlegen müssen um ganzen Gruppen von Läufern Platz zu machen. Gegen 11:15 Uhr erreichen wir dann schließlich Deux Bras. Einerseits den tiefsten Punkt des Tages und gleichzeitig auch Check-Point des Grand Raid. Wir sehen aber davon ab hier nach Verpflegung zu fragen und machen unsere Pause einige Meter nach der Station direkt am Fluss.
Pause am Rivière des Galets


Hier hängen wir unsere Cola ins Wasser, in der Hoffnung, dass sie ein bisschen kühler wird, und ruhen uns ein wenig aus. Allerdings ist es nun insgesamt nicht mehr so heiß, wie noch zuvor, da nun dunkle Wolken aufziehen, welche sich immer wieder vor die Sonne schieben. Nach etwa 40 Minuten geht es dann weiter. Einerseits trauen wir dem Wetter nicht ganz, andererseits haben wir auch noch etwa 700 m Steigung vor uns.



Ausblick in Richtung Süden
Blick zurück auf den Weg
Unser Weg führt uns zunächst weiter den Flusslauf hinauf, bevor wir dann am Fuß des Crête d'Aurère mit einer steilen Treppe den Aufstieg beginnen. Der Crête d'Aurère ist eine dieser länglichen, extrem steilen "Felsnadeln" und liegt direkt südlich unseres heutigen Zieles, von dem er auch seinen Namen hat. Um dorthin zu gelangen, steigen wir vom Fluss her kommend auf und umrunden den Höhenzug dabei am südlichen Ende. Dies bedeutet, dass sich einerseits sehr steile, stufige Passagen immer wieder mit längeren Traversen abwechseln, auf denen man die Ausblicke in den Cirque de Mafate genießen kann. Außerdem lässt sich in diesen flacheren Stücken immer wieder ein wenig durchschnaufen, denn trotz Wolken ist der Anstieg immer noch extrem schweißtreibend. Mit einigen Pausen (natürlich ausschließlich um entgegenkommende Läufer durch zu lassen) und genügend Zeit kommen wir dann aber schließlich auf dem kleinen Plateau von Aurère an. Da sich der letzte Kilometer ausschließlich auf dieser Höhe bewegt und wir noch früh dran sind, machen wir noch eine letzte Pause an einer Bank mit Aussicht. Dort trinken wir (teilweise) die letzten Wasserreserven und träumen von einem Biergarten. In kurzen 15 Minuten geht es dann schließlich weiter zur Unterkunft, wo wir gleich unser privates 4-Bett-Zimmer beziehen und aufs Abendessen warten: Linsen mit Reis und Würstchen.

Webervögel hinter der Unterkunft

Dienstag, 18. November 2014

Réunion Tag 2 - von der Gîte de la Roche Écrite nach Dos d'Âne

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
24.10.2014 8,8 km 210 m 1.040 m 3:40 h Reunion Tag 2

Tour Tag 2
Gîte de la Roche Écrite
In der ursprünglichen Planung für die Tour war vorgesehen, dass man am Morgen des zweiten Tages evtl. noch den Roche Ècrite erwandern könnte. Die Länge der Tagesstrecke ließe dies zwar zu, allerdings hat es in der Nacht angefangen zu regnen und als wir morgens gegen 7:00 Uhr beim Frühstück sitzen, will die rechte Stimmung für einen zusätzlichen Umweg nicht aufkommen. Hinzu kommt, dass wir vom Vortag immer noch etwas geschlaucht sind und die Aussicht auf eine Halbtagestour auch sehr verlockend erscheint. So entscheiden wir uns für den direkten Abstieg in Richtung Dos d'Âne, nur etwas über 8 km und vermeintlich "ausschließlich" bergab. Zunächst trödeln wir allerdings noch beim Rucksack packen. Vielleicht lässt der Regen ja noch etwas nach. Um kurz nach 9:00 Uhr geht es dann aber schließlich los. Es regnet zwar immer noch, aber die Stärke lässt allmählich nach.

Regenwald
Auf und Ab im Dschungel
Zunächst geht es durch recht dichten Wald in Richtung Abbruchkante des Cirque de Mafate. Dies ist ein riesiger Kessel, der durch den Einsturz einer großen Magmakammer vor einigen Jahrtausenden entstanden ist. Außerdem bildet er unser Wanderterrain für die nächsten Tage. Heute ist es aber noch nicht soweit. Nach einigen Minuten durch den "Regenwald" kommt denn auch schon eine Abzweigung, an der man einen Umweg zu einem Aussichtspunkt nehmen kann. Wir nehmen also die 15 Minuten Verzögerung in Kauf um einen ersten Blick hinab ins Tal zu bekommen und sehen ... Nichts. Außer Wolken. Was wir uns eigentlich hätten denken können. Während es bei uns fast aufgehört hat zu regnen, ist der Kessel noch voll mit Wolken und so kehren wir ohne Aussicht zum Weg zurück.
Allerdings ist der Untergrund zunächst noch sehr schlammig und so dauert es natürlich auch nicht lange, bis ich das erste mal wegrutsche und auf dem Hintern im Matsch sitze. Mit der durchbrechenden Sonne wird jedoch auch dies sehr schnell besser und schon bald wird es so warm, dass man nicht weiß, ob man nicht lieber wieder in dem leichten Regen vom Morgen laufen würde. Hinzu kommt, das der erwartete "Abstieg" auf der ersten Hälfte des Weges eher ein dauerndes Auf und Ab entlang der Abbruchkante ist. Nach 20 Metern Abstieg über Wurzeln und Steine geht es direkt wieder 10 bis 15 Meter nach oben, über eine kurze Kuppe und wieder hinab.

Cirque de Mafate
Blick zurück auf den Grat
Ziemlich genau zur Hälfte des Weges hat das Auf und Ab und gleichzeitig auch der Wald ein Ende. Der Bewuchs ist nun deutlich niedriger, der Untergrund nicht mehr nass und es geht von nun an stetig Abwärts. Wir können nun beinahe die ganze Zeit nach links in den Kessel hinabschauen und schon bald befinden wir uns sogar auf einem richtigen Grat. Links unter uns der Cirque de Mafate, rechts unter uns Dos d'Âne und in der Mitte der Abstieg über den Grat. Die Sonne steht nun schon wieder fast senkrecht und zumindest über uns haben sich auch die letzten Wölkchen verzogen. Um der Sonne zu entkommen geht es also zügig weiter bergab, bis wir einen Tiefpunkt des Grates erreichen und diesen, rechts abbiegend, verlassen. Kurz darauf gibt es dann aber erstmal wieder ein Päuschen, da sich nun auch wieder das ein oder andere Schattenplätzchen finden lässt. Über Stufen und Treppen geht es dann hinab in den Ort und auf die Suche nach unserer Unterkunft für die Nacht. Die Gîte "Les Acacias". Mit Hilfe des GPS und einigen Einheimischen geht dies aber auch ohne größere Probleme, so dass wir schon gegen 12:50 an unserer Unterkunft ankommen. Um diese Uhrzeit sind die Zimmer zwar noch nicht fertig, so dass wir erst noch eine Stunde auf der Wiese liegen, gegen ein Uhr können wir dann aber unsere Zimmer beziehen, in diesem Fall sogar zwei Doppelzimmer, also keine Etagenbetten wie in der Nacht zuvor.
Nach einem geruhsamen Nachmittag und einem schönen Sonnenuntergang gibt es zum Abendessen, Salat aus eingelegter Chou Chou, Wachteln und als Beilage wieder Reis mit Linsen. Insgesamt sehr lecker und außerdem ja auch erst der zweite Abend hintereinander mit Reis und Linsen.




Samstag, 15. November 2014

Réunion Tag 1 - von Saint-Denis zur Gîte de la Roche Ecrite

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
23.10.2014 17,8 km 1.900 m 60 m 7:45 h Reunion Tag 1

Mit dem Ziel, wirklich von Küste zu Küste zu laufen, geht es am ersten Tag los, direkt vom Hotel an der Nordküste. Mit Aufstehen, Frühstücken, Auschecken etc. dauert natürlich alles etwas länger, als geplant und so ist es schon 10:45 Uhr, bis wir uns schließlich bei rund 30°C auf den Weg durch die Stadt machen. Der Einstieg zum GRR2 liegt am südlichen Stadtrand, von wo aus es dann ins Hinterland geht. Etwa eine dreiviertel Stunde brauchen wir hierfür, so dass wir um halb zwölf schließlich den eigentlichen Wanderweg erreichen. Eine Wegweisertafel gibt uns auch Route und Dauer bis zur Hütte vor: Rund sieben Stunden. Da um 18:30 die Sonne untergeht, sollten wir auch nicht länger brauchen. Es sind zwar fast 1.900 Höhenmeter zu erwandern, aber normalerweise übertreiben solche Schilder ja immer ...

kurz vor Le Brûlé
Ausblick nach Nordost
Sobald es dann aber in den wirklichen Anstieg geht, zeigt sich, dass es doch ein Unterschied ist, ob man in den Alpen bei 20°C oder eben auf Réunion bei 30°C wandert. Die Luft ist relativ feucht und die Sonne steht nun quasi senkrecht, so dass es nur in wirklich bewaldeten Abschnitten Schatten gibt. Hinzu kommt, dass ich aufgrund von Knieproblemen in den vorausgegangenen 6 Wochen nichts für meine Kondition getan habe. So kämpft man sich also bald von Päuschen zu Päuschen und freut sich über jeden schattigen Abschnitt des Weges.  Gegen 14:15 erreichen wir schließlich Le Brûlé, die einzige Ortschaft, welche wir auf unserem heutigen Weg passieren. Gleich am Ortseingang gibt es sogar eine Wasserstelle, an der man sich ein wenig abkühlen kann. Einen Imbisstand oder etwas ähnliches, an dem man vielleicht ein kaltes Getränk kaufen kann, finden wir am Weg aber nichts. An einer Bushaltestelle überlegen wir kurz, ob wir ggf. ein Stück abkürzen und den Bus nehmen sollen. Da der auf dem Plan stehende Bus aber schon einige Minuten überfällig ist, gehen wir weiter. Schließlich droht immer noch der Sonnenuntergang um 18:30 und wir haben noch fast 1.000 Höhenmeter zu absolvieren. Kurz nach dem Ortsausgang verlassen wir dann den GRR2 wieder. Dieser führt "offiziell" weiter auf der geteerten Straße bergauf zu einem Wanderparkplatz. Wir nehmen aber einen Wanderweg, welcher direkter den Berg hinauf zu demselben Parkplatz führt.

Als wir gegen 16:05 an besagtem Parkplatz ankommen, gönnen wir uns eine letzte kurze Verschnaufpause mit kaltem Wasser aus einer dort vorhandenen Leitung und einem Müsliriegel zur Stärkung. Noch etwa 650 Höhenmeter liegen vor uns und knapp über zwei Stunden bleiben. Nach zehn Minuten geht es also weiter. Die Sonne steht nun zwar schon deutlich im Westen, allerdings ist es trotzdem immer noch sehr warm und der Aufstieg weiterhin sehr schweißtreibend. So habe ich leider weniger Sinn für die Landschaft, als ich vermutlich haben sollte. Gerade durch die vielen Farngewächse erinnert der Weg doch immer wieder stark an Neuseeland, zumindest mich. Nach 17 Uhr wird es schließlich auch etwas kühler, allerdings auch langsam immer dämmriger, gerade in den waldigeren Stellen, welche nun wieder zunehmen. Gegen 18:25 kommen wir schließlich bei den Hütten an.

Nachdem wir unsere Betten in Beschlag genommen haben, gibt es kurz darauf auch schon Abendessen. Die Dusche muss also bis nach dem Essen warten. Zum ersten Mal genießen wir nun die typischen Linsen von Réunion. Zusammen mit Reis und Würstchen. Nach dem Essen geht es dann noch in die Dixie-Dusche. Diese ist, nachdem der Wassertank den ganzen Tag in der Sonne stand, sogar angenehm lauwarm und nicht wie zunächst gedacht "Berg-kalt". Etwa gegen 21 Uhr geht es dann auch schon ins Bett. Der Tag war anstrengend.

Donnerstag, 13. November 2014

Réunion - von Küste zu Küste

Auch wenn ich es leider immer noch nicht geschafft habe, den England/Wales Urlaub fertig zu stellen und auch noch ein paar Wanderungen und Gipfel dieses Sommers unbeschrieben sind, so muss ich nun doch den aktuellen Urlaub vorziehen und hier in den nächsten Tagen und Wochen rekapitulieren:
Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
23.10.2014 164 km ca 10.900 m ca 10.900 m 13 Tage -

Vor dem Abflug in Paris-Orly
Der erste Abend in Saint Denis
Angefangen hatte alles vor etwa einem Jahr, als ein Prospekt des DAV Stuttgart bei mir im Briefkasten lag. In diesem wurde auch auf einen Mitgliedervortrag mit dem Titel "Réunion - unterwegs auf dem GR R2" hingewiesen. Nach Recherche im Internet war die Idee des GR R2 bei mir also geboren und wir besuchten im Februar auch den Vortrag. Im Frühjahr bildete sich dann die Gruppe der Mitreisenden heraus und im Sommer wurden dann die Buchungen für drei Personen gemacht. Außer mir kam noch ein Kollege und dessen Vater mit nach Réunion.
Langer Rede kurzer Sinn: Am Abend des 21.10. ging es dann von Paris-Orly aus nach Saint Denis, der Hauptstadt an der Nordküste von Réunion, wo wir am 22.10. ankamen. Nach einer Nacht Akklimatisierung starteten wir am Vormittag des 23.10. in Saint Denis. In 13 Etappen (mit einem Tag Ruhepause) ging es dann quer über die gesamte Insel, bis wir schließlich am 05.11. in Basse Vallée an der Südküste ankamen. Eine Überquerung der Insel, komplett zu Fuß und weitestgehend auf der Route des GR R2 - eben von Küste zu Küste.

Dienstag, 29. Juli 2014

England/Wales 2014 - von York nach Wales

Clifford's Tower
Rundgang über den Turm
Am Samstagmorgen geht es zunächst wieder hinein nach York. Nachdem wir am Vorabend nur einen Teil der Stadt im Dunkeln gesehen hatten, geht es nun zum Sightseeing bei Tag. Zunächst machen wir uns wieder auf den Weg zu "Clifford's Tower" oder ganz einfach zur Burg von York. Die Burg wurde schon im Jahre 1068, unter der Herrschaft von Willhelm dem Eroberer, als Motte erbaut. Die Burg spielte in der Verteidigung von York zwar noch lange eine Rolle, wurde allerdings nie zu einer größeren "Burganlage" ausgebaut. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde sie dann auch noch als Gefängnis genutzt. Nach der Explosion des Magazines der Burg im Jahre 1684 sind im Inneren keine mittelalterlichen Überreste mehr zu sehen. Die Außenmauern sind allerdings recht gut erhalten und lassen sich auch über innen gelegene Wendeltreppen ersteigen. Nachdem wir die Burg besichtigt und uns von oben einen Überblick über die Stadt verschafft haben, machen wir uns anschließend auf den Weg in Richtung Münster.

Bevor wir dorthin gelangen, geht es aber zunächst noch ins Jorvik Viking Centre, einem Museum, welches sich dem dänischen York, oder eben Jorvik, widmet. Dänische Heere eroberten die Stadt im Jahr 866 und herrschten über York fast 100 Jahre lang. Das Museum befindet sich direkt über einem Grabungsgelände und ist meiner Meinung nach sehr ansprechend gestaltet. Insbesondere für Familien mit Kindern kann man das durchaus empfehlen. 
Anschließend geht es dann durch die Gassen von York weiter zum Münster, der größten englischen Kirche des Mittelalters. Wir betreten die Kirche kurz und umrunden anschließend das Gelände und setzen dann unseren weg durch die malerische Altstadt weiter fort. An diesem fast schon sonnigen Samstag ist gefühlt die gesamte Stadt auf den Beinen. Wir haben aber noch einen weiten Weg vor uns und machen uns deshalb schon am frühen Nachmittag wieder auf den Weg zum Hotel und unserem Auto. Es geht nach Wales.

Pier von Llandudno
Nach einigen Stunden Fahrt kommen wir schließlich am frühen Abend in Llandudno an, der Nordküste von Wales. Die ersten zwei Nächte in Wales verbringen wir in der gleichen Unterkunft, dem Plas Llwyd. Llandudno selbst ist ein Strandbad und begrüßt uns an diesem Abend mit strahlendem Sonnenschein und fast schon sommerlichen Temperaturen. Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, gehen wir also noch etwas an der Strandpromenade spazieren, bevor wir uns einen geeigneten Platz für unser Abendessen suchen.

Dienstag, 24. Juni 2014

England/Wales 2014 - von Nottingham nach York

England als Klischee
Robin Hood von der Burgmauer
Am Freitag den 30.05. steht für uns zunächst Nottingham Castle auf dem Programm. Schon recht zeitig sind wir aufgestanden, haben ausgecheckt und anschließend unser Gepäck wieder im Auto verstaut. Nach einem kurzen Stehfrühstück sind wir dann pünktlich um 10 Uhr am Schloss, um direkt mit der Öffnung hinein zu gelangen. Zunächst umrunden wir entlang der Außenmauer den Schlosspark, von dem aus man einen recht guten Blick über die darunter gelegene Stadt hat. Sonderlich viel von den Verteidigungsanlagen ist hier allerdings nicht mehr zu sehen. Und auch das Castle auf dem höchsten Punkt des Burgbergs wirkt insgesamt vergleichsweise modern. Aus der Zeit Robin Hoods sind diese Bauten jedenfalls nicht. Das Museum im inneren des Schlosses lädt uns dann auch nicht zum lange Verweilen ein. Es gibt einen Teil zu Robin Hood, eine Regimentsausstellung zu den Sherwood Foresters, einen Teil zur Kleidungsgeschichte usw.. Insgesamt fehlt der rote Faden und so verbringen wir hier nicht mehr viel Zeit. Zudem haben wir ja ein enges Programm geplant und so machen wir uns schon gegen 11 Uhr auf den Weg in den Sherwood Forest.

Major Oak
Sheerwood Forest
Im Sherwood Forest haben wir eine kleine Wanderung im Auge, laut dem Flyer, den wir im Schloss bekommen haben, rund 3,5 Meilen lang. Vom Visitors Center aus geht es aber zuerst zur Major Oak, einer 800 bis 1.000 Jahre alten Eiche. Der Legende nach sollen sich schon Robin Hood und seine fröhlichen Gefährten in diesem Baum versteckt haben: das mag man glauben oder auch nicht. Der Baum an sich ist jedenfalls beeindruckend in seiner Größe, wird allerdings schon seit einiger Zeit mithilfe eines Gerüsts am Zusammenbruch gehindert. Nach diesem kurzen "Touri-Stopp" geht es dann auf die größere Runde durch den Wald. Dieser präsentiert sich so wie vermeintlich schon seit hunderten von Jahren, vor allem mit vielen, urigen, verwachsenen, großen, knorrigen Eichen. Was geradeaus zu wachsen bedeutet, das hat diesen Bäumen noch nie jemand erklärt. Durch gezielte Waldweide mit Rindern wird diese Kulturlandschaft am Leben erhalten. Nach fast zwei Stunden geht aber auch unser Aufenthalt im Sherwood Forest seinem Ende entgegen und wir ziehen wieder weiter.

Fassade von Newark Castle
Innenhof von Newark Castle
Das eigentliche Ziel des Tages ist, wie die Überschrift schon andeutet, York. Wir entscheiden uns aber kurzfristig für einen weiteren kleinen Abstecher und fahren zunächst nach Newark-on-Trent. Hier wollen wir uns noch Newark Castle ansehen. Hier starb z. B. im Jahre 1216 Johann Ohneland, Bruder und Nachfolger von Richard Löwenherz. Die Burg selbst scheint zunächst noch einigermaßen gut erhalten und auch die Umgebung mit einem Kanal direkt vor der Burg ist durchaus schön anzusehen. Über eine Schleuse geht es dann hinüber und um die Burg herum. Von der anderen Seite zeigt sich dann allerdings, dass die Mauer zum Kanal hin der einzige Teil der einstigen Fassade ist, welcher noch stehen geblieben ist. Innerhalb des einstigen Burgbereichs befindet sich nun ein kleiner, öffentlicher Parkbereich. Nach kurzem Sightseeing und einem Sandwich gegen den ärgsten Hunger geht es dann weiter nach York.

Cliffords Tower
Micklegate Bar
Als wir in York ankommen, ist es nach dem langen Tag schon relativ spät. Wir checken zunächst ein und als wir schließlich in Richtung Innenstadt aufbrechen, um uns etwas zu Essen zu suchen, ist es schon kurz vor 20 Uhr. Im Gegensatz zu Nottingham am Vorabend hat York aber definitiv einen tollen Altstadtbereich zu bieten. Eine mittelalterliche Stadtmauer mit gut erhaltenem Eingang und viele alte Gebäude, Fachwerk und verwinkelte Gassen. In einer dieser Gassen bleiben wir dann schließlich zum Abendessen. Wir haben Glück, denn es ist Freitag und an diesem Tag hat unser Restaurant besonders lange geöffnet: bis 21:30 Uhr. Engländer scheinen einfach nicht gerne spät zu Essen. Nach dem Essen geht es in der Dämmerung noch ein wenig weiter durch die Altstadt und schließlich zu "Cliffords Tower", der alten, steinernen Motte von York. Kurz vor 22 Uhr hat diese inzwischen natürlich geschlossen und so begeben wir uns zurück ins Hotel. Nach einem Bier von der Hotelbar geht es dann auch bald ins Bett.

Montag, 23. Juni 2014

England/Wales 2014 - Anreise und erster Tag

Zu guter Letzt komme ich jetzt also doch noch dazu, den Urlaub auch hier im Blog aufzuarbeiten. Vom 29.05. bis zum 08.06. waren Oli und ich in Nordengland und Wales mit dem Mietwagen unterwegs. Für mich persönlich war es das erste Mal auf der Insel und nach diesen Eindrücken muss ich sagen, dass es hoffentlich nicht das letzte Mal war. Aber nun von vorne.

Robin Hood
An Christi Himmelfahrt dem 29.05. geht es schon früh am Morgen los in Richtung England. Mit dem Zug zunächst nach Frankfurt und von dort mit dem Flieger nach Birmingham. Von dort reisen wir dann per Mietwagen direkt weiter nach Nottingham, unserem ersten Etappenziel der Reise. Zwar sind wir schon um kurz nach 12 Uhr Ortszeit am Flughafen in Birmingham, doch bis wir dann wirklich in Nottingham angekommen sind, geparkt und auch noch im Hotel eingecheckt haben, ist es schon kurz vor 17 Uhr. Das Zimmer ist sauber, günstig und die Einrichtung dem Preis angepasst. Das Wetter nicht ausgesprochen schlecht, d. h., es regnet nicht akut, aber der Himmel ist stark bewölkt und der Boden nass. Für englische Verhältnisse also ein wunderschöner Tag. :)

Ye olde trip to Jerusalem
fish 'n' chips & stout beer
So führt unser erster Weg dann in Richtung Burg, wo uns aber nur erklärt wird, dass selbige nur bis 17 Uhr geöffnet hat und wir uns deshalb bis zum nächsten Tag gedulden müssen. Wir ziehen also unverrichteter Dinge weiter und beschließen, ein wenig durch die Stadt zu laufen. Unterhalb des Burgtores stoßen wir dann gleich auf die ersten Robin Hood Skulpturen und Plaketten, welchen man in Nottingham einfach unmöglich ausweichen kann. Rund um den Burgberg geht es weiter und schon wenige Minuten später kommen wir zum Ye olde trip to Jerusalem, dem nach eigener Aussage "oldest inn in england". Und damit dies niemand in Zweifel zieht, ist es auch in großen Buchstaben außen am Gebäude angeschrieben. Das Gebäude selbst liegt direkt am und im Burgberg. Das heißt, dass einige der Räume als Höhlen in den Fels gegraben sind. Teilweise fällt sogar über hohe Kamine auch natürliches Licht hinein. Diese Kamine sind jedoch nur sehr schwer abzustauben und so muss man wohl damit leben, dass einem von Zeit zu Zeit Spinnweben auf den Kopf (glücklicherweise nicht ins Bier) segeln. Allerdings will ich nicht den Eindruck erwecken, dass sich der Besuch nicht gelohnt hätte. Die Räumlichkeiten sind wirklich beeindruckend und die fish 'n' chips sehr gut. Und das Stout schmeckt eben wie ein Stout schmecken muss, Oli liebt es also und ich .. trinke es.

Old Market Square mit Council House
Nach dem Essen und zwei Pints Bier geht es noch ein wenig weiter durch Nottingham. Zunächst vollenden wir unsere Runde um den Burgberg und ziehen dann wieder zurück in Richtung Innenstadt. Auch hier gibt es noch das ein oder andere Fachwerkhaus, von einer echten "Altstadt" zu reden wäre aber wohl übertrieben. Zum Abschluss des Tages geht es dann später noch auf ein "Strongbow" (Cider) in einen weiteren Pub und anschließend zurück ins Hotel und ins Bett. Für den zweiten Tag hatten wir ja auch schon einiges geplant.