Dienstag, 24. Juni 2014

England/Wales 2014 - von Nottingham nach York

England als Klischee
Robin Hood von der Burgmauer
Am Freitag den 30.05. steht für uns zunächst Nottingham Castle auf dem Programm. Schon recht zeitig sind wir aufgestanden, haben ausgecheckt und anschließend unser Gepäck wieder im Auto verstaut. Nach einem kurzen Stehfrühstück sind wir dann pünktlich um 10 Uhr am Schloss, um direkt mit der Öffnung hinein zu gelangen. Zunächst umrunden wir entlang der Außenmauer den Schlosspark, von dem aus man einen recht guten Blick über die darunter gelegene Stadt hat. Sonderlich viel von den Verteidigungsanlagen ist hier allerdings nicht mehr zu sehen. Und auch das Castle auf dem höchsten Punkt des Burgbergs wirkt insgesamt vergleichsweise modern. Aus der Zeit Robin Hoods sind diese Bauten jedenfalls nicht. Das Museum im inneren des Schlosses lädt uns dann auch nicht zum lange Verweilen ein. Es gibt einen Teil zu Robin Hood, eine Regimentsausstellung zu den Sherwood Foresters, einen Teil zur Kleidungsgeschichte usw.. Insgesamt fehlt der rote Faden und so verbringen wir hier nicht mehr viel Zeit. Zudem haben wir ja ein enges Programm geplant und so machen wir uns schon gegen 11 Uhr auf den Weg in den Sherwood Forest.

Major Oak
Sheerwood Forest
Im Sherwood Forest haben wir eine kleine Wanderung im Auge, laut dem Flyer, den wir im Schloss bekommen haben, rund 3,5 Meilen lang. Vom Visitors Center aus geht es aber zuerst zur Major Oak, einer 800 bis 1.000 Jahre alten Eiche. Der Legende nach sollen sich schon Robin Hood und seine fröhlichen Gefährten in diesem Baum versteckt haben: das mag man glauben oder auch nicht. Der Baum an sich ist jedenfalls beeindruckend in seiner Größe, wird allerdings schon seit einiger Zeit mithilfe eines Gerüsts am Zusammenbruch gehindert. Nach diesem kurzen "Touri-Stopp" geht es dann auf die größere Runde durch den Wald. Dieser präsentiert sich so wie vermeintlich schon seit hunderten von Jahren, vor allem mit vielen, urigen, verwachsenen, großen, knorrigen Eichen. Was geradeaus zu wachsen bedeutet, das hat diesen Bäumen noch nie jemand erklärt. Durch gezielte Waldweide mit Rindern wird diese Kulturlandschaft am Leben erhalten. Nach fast zwei Stunden geht aber auch unser Aufenthalt im Sherwood Forest seinem Ende entgegen und wir ziehen wieder weiter.

Fassade von Newark Castle
Innenhof von Newark Castle
Das eigentliche Ziel des Tages ist, wie die Überschrift schon andeutet, York. Wir entscheiden uns aber kurzfristig für einen weiteren kleinen Abstecher und fahren zunächst nach Newark-on-Trent. Hier wollen wir uns noch Newark Castle ansehen. Hier starb z. B. im Jahre 1216 Johann Ohneland, Bruder und Nachfolger von Richard Löwenherz. Die Burg selbst scheint zunächst noch einigermaßen gut erhalten und auch die Umgebung mit einem Kanal direkt vor der Burg ist durchaus schön anzusehen. Über eine Schleuse geht es dann hinüber und um die Burg herum. Von der anderen Seite zeigt sich dann allerdings, dass die Mauer zum Kanal hin der einzige Teil der einstigen Fassade ist, welcher noch stehen geblieben ist. Innerhalb des einstigen Burgbereichs befindet sich nun ein kleiner, öffentlicher Parkbereich. Nach kurzem Sightseeing und einem Sandwich gegen den ärgsten Hunger geht es dann weiter nach York.

Cliffords Tower
Micklegate Bar
Als wir in York ankommen, ist es nach dem langen Tag schon relativ spät. Wir checken zunächst ein und als wir schließlich in Richtung Innenstadt aufbrechen, um uns etwas zu Essen zu suchen, ist es schon kurz vor 20 Uhr. Im Gegensatz zu Nottingham am Vorabend hat York aber definitiv einen tollen Altstadtbereich zu bieten. Eine mittelalterliche Stadtmauer mit gut erhaltenem Eingang und viele alte Gebäude, Fachwerk und verwinkelte Gassen. In einer dieser Gassen bleiben wir dann schließlich zum Abendessen. Wir haben Glück, denn es ist Freitag und an diesem Tag hat unser Restaurant besonders lange geöffnet: bis 21:30 Uhr. Engländer scheinen einfach nicht gerne spät zu Essen. Nach dem Essen geht es in der Dämmerung noch ein wenig weiter durch die Altstadt und schließlich zu "Cliffords Tower", der alten, steinernen Motte von York. Kurz vor 22 Uhr hat diese inzwischen natürlich geschlossen und so begeben wir uns zurück ins Hotel. Nach einem Bier von der Hotelbar geht es dann auch bald ins Bett.

Montag, 23. Juni 2014

England/Wales 2014 - Anreise und erster Tag

Zu guter Letzt komme ich jetzt also doch noch dazu, den Urlaub auch hier im Blog aufzuarbeiten. Vom 29.05. bis zum 08.06. waren Oli und ich in Nordengland und Wales mit dem Mietwagen unterwegs. Für mich persönlich war es das erste Mal auf der Insel und nach diesen Eindrücken muss ich sagen, dass es hoffentlich nicht das letzte Mal war. Aber nun von vorne.

Robin Hood
An Christi Himmelfahrt dem 29.05. geht es schon früh am Morgen los in Richtung England. Mit dem Zug zunächst nach Frankfurt und von dort mit dem Flieger nach Birmingham. Von dort reisen wir dann per Mietwagen direkt weiter nach Nottingham, unserem ersten Etappenziel der Reise. Zwar sind wir schon um kurz nach 12 Uhr Ortszeit am Flughafen in Birmingham, doch bis wir dann wirklich in Nottingham angekommen sind, geparkt und auch noch im Hotel eingecheckt haben, ist es schon kurz vor 17 Uhr. Das Zimmer ist sauber, günstig und die Einrichtung dem Preis angepasst. Das Wetter nicht ausgesprochen schlecht, d. h., es regnet nicht akut, aber der Himmel ist stark bewölkt und der Boden nass. Für englische Verhältnisse also ein wunderschöner Tag. :)

Ye olde trip to Jerusalem
fish 'n' chips & stout beer
So führt unser erster Weg dann in Richtung Burg, wo uns aber nur erklärt wird, dass selbige nur bis 17 Uhr geöffnet hat und wir uns deshalb bis zum nächsten Tag gedulden müssen. Wir ziehen also unverrichteter Dinge weiter und beschließen, ein wenig durch die Stadt zu laufen. Unterhalb des Burgtores stoßen wir dann gleich auf die ersten Robin Hood Skulpturen und Plaketten, welchen man in Nottingham einfach unmöglich ausweichen kann. Rund um den Burgberg geht es weiter und schon wenige Minuten später kommen wir zum Ye olde trip to Jerusalem, dem nach eigener Aussage "oldest inn in england". Und damit dies niemand in Zweifel zieht, ist es auch in großen Buchstaben außen am Gebäude angeschrieben. Das Gebäude selbst liegt direkt am und im Burgberg. Das heißt, dass einige der Räume als Höhlen in den Fels gegraben sind. Teilweise fällt sogar über hohe Kamine auch natürliches Licht hinein. Diese Kamine sind jedoch nur sehr schwer abzustauben und so muss man wohl damit leben, dass einem von Zeit zu Zeit Spinnweben auf den Kopf (glücklicherweise nicht ins Bier) segeln. Allerdings will ich nicht den Eindruck erwecken, dass sich der Besuch nicht gelohnt hätte. Die Räumlichkeiten sind wirklich beeindruckend und die fish 'n' chips sehr gut. Und das Stout schmeckt eben wie ein Stout schmecken muss, Oli liebt es also und ich .. trinke es.

Old Market Square mit Council House
Nach dem Essen und zwei Pints Bier geht es noch ein wenig weiter durch Nottingham. Zunächst vollenden wir unsere Runde um den Burgberg und ziehen dann wieder zurück in Richtung Innenstadt. Auch hier gibt es noch das ein oder andere Fachwerkhaus, von einer echten "Altstadt" zu reden wäre aber wohl übertrieben. Zum Abschluss des Tages geht es dann später noch auf ein "Strongbow" (Cider) in einen weiteren Pub und anschließend zurück ins Hotel und ins Bett. Für den zweiten Tag hatten wir ja auch schon einiges geplant.

Sonntag, 22. Juni 2014

Klettern am Wielandstein

Aussicht hinüber zum Tobelfels
Nachdem in den letzten Wochen doch einiges los war, Familien-Wanderwochenende, Urlaub in England und Wales und schließlich am letzten Wochenende zwei Tage Wandern im Allgäu, war für dieses verlängerte Wochenende geplant, in der Gegend zu bleiben und auf der Alb ein wenig zum Felsklettern zu gehen. Um hier nach Möglichkeit viel Platz für uns zu haben, hatten wir uns also den Freitag frei genommen und wollten schon früh morgens um neun Uhr aufbrechen. Das Wetter zeigte sich dann allerdings von seiner unschönen Seite und nach einer Nacht mit Dauernieseln wurde der Klettertag spontan auf Samstag verschoben. Der Freitag wurde dann alternativ zum Einkaufen und Lesen genutzt.



Kletterfels von der Burgmauer aus
Ausspannen auf der Burgmauer
Am Samstag konnte das Wetter dann auch nicht besser sein, bei rund 25°C und strahlendem Sonnenschein geht's auf die Alb und zum Wanderparkplatz. Von dort ist in ~ 25 Minuten der Wielandstein erreicht. Ein Fels am Albtrauf inklusive mittelalterlicher Mauerreste. Insgesamt ca. 5 Stunden verbringen wir also am Fels, machen vier verschiedene Routen in den Schwierigkeiten IV+ bis VI (inklusive einer V- an der Burgmauer) bevor es dann am Abend wieder nach Hause geht. Insgesamt ein schöner Tag, den wir nach Möglichkeit auch bald noch einmal wiederholen wollen.

Ansonsten bleibt mir noch zu sagen:
Beiträge zu Wanderungen und Urlaub sind in Vorbereitung und werden Stück für Stück in den nächsten Tagen und Wochen kommen. Der Sommer ist da und ich habe dementsprechend wieder mehr zu schreiben.

Samstag, 3. Mai 2014

Moselsteig: Löf - Kobern-Gondorf

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
17.04.2014 15,0 km 490 m 490 m ca. 5:30 h Moselsteig Etappe 22

Moselsteig
Nach dem Winter ist es nun also wieder soweit, der Frühling kommt und mit ihm auch so langsam die Wandersaison. Was lag also näher, als am Osterwochenende die Wanderschuhe wieder herauszukramen und den vor wenigen Tagen eröffneten Moselsteig Probe zu laufen. Die Wahl fiel auf eine der letzten Touren, um die Anreise möglichst gering zu halten. Los geht es also am Samstag morgen um 09:20 Uhr, so dass wir nach 1:15 h Fahrtzeit auch noch ein paar Minuten Luft haben, bis um kurz vor 11:00 der Zug von Kobern-Gondorf nach Löf abfährt. 

Aufstieg durch die Weinberge
Burg Thurandt
In Löf, links der Mosel gelegen, geht es dann zunächst durch den Ort und flussabwärts zur nächsten Brücke. Unser Weg führt uns heute nämlich, wie auch auf dem Überblick zu sehen, rechts der Mosel entlang. Auf der gegenüberliegenden Seite geht es dann zügig hinauf in die Weinberge und über Wege, Steige und Treppen hinauf in Richtung Burg Thurandt. Von einer Besichtigung sehen wir heute allerdings ab und so geht es nun wieder bergab in Richtung Alken. An einem Aussichtspunkt oberhalb des Ortes legen wir dann noch eine kurze Pause ein und genießen Aussicht und Wetter. Wir haben die Weinberge nun verlassen und über einen schmalen Pfad geht es durch einen Wald steil bergab. Über den Friedhof hinter der Kirche von Alken erreichen wir schließlich den kleinen Ort am Ufer der Mosel.

Sieben Fußfälle, von Alken gesehen

Entlang der Hangkante
Burg Thurandt und Löf
Von dieser Kirche aus kann man dann auch schon den weiterführenden Weg erkennen. Wieder steil bergauf durch weitere Weinberge geht es entlang der Sieben Fußfälle, einem alten Kreuzweg, welcher an einer Pilgerkirche endet. Hier angelangt folgen wir der Beschilderung entlang der Hangkante wieder in Richtung Mosel, mit einem tollen Blick zurück auf Burg Thurandt und das gegenüber gelegene Löf. Am Wegrand weisen uns Schilder und Skulpturen auf historische Funde an dieser Stelle hin: Lagerplätze des Homo Erectus sowie Überreste einer keltischen Siedlung. Nachdem wir die "Hochebene" halb umrundet haben, geht es wieder bergab. Durch ein kleinen Waldstück erreichen wir Oberfell, eine weitere kleine Gemeinde am Moselufer. Der letzte Anstieg des Tages liegt nun vor uns.

Kobern-Gondorf
Unter strahlend blauem Himmel geht es 150 Meter Höhenunterschied steil bergauf. Oben angelangt erkennt man das Moseltal kaum noch und über sanfte Hügel geht es durch Wald und über Wiesen. Nach den deutlich anstrengenderen ersten Kilometern wird nun merklich Strecke gemacht. An einer kleinen Kapelle machen wir eine letzte Rast bevor es dann wieder in Richtung Moseltal geht. Allmählich verlieren wir jetzt auch wieder an Höhe und nähern uns entlang der Hangkante dem Ort Niederfell. Diesen passieren wir oberhalb des Ortes und steigen an dessen Ende dann steil ab in Richtung Mosel. Hier geht es wieder über eine Brücke zurück nach Kobern-Gondorf und zu unserem Auto am Bahnhof.

Freitag, 13. Dezember 2013

Sankt Petersburg - Katharinenpalast

So, nachdem ich nun seit Sonntag wieder zurück in Deutschland bin, finde ich endlich die Zeit, etwas zu den letzten zweieinhalb Tagen in Russland zu schreiben.


Oper in St. Petersburg
Eingang in der Galernaya ul.
Am Freitagabend steht für uns Kultur auf dem Programm. Um 18 Uhr machen wir Feierabend und dann geht es über die Neva hinüber aufs Festland und zur Oper. Im Mariinsky habe es keine Karten mehr gegeben und so besuchen wir ein kleineres Haus in der Nähe der St. Isaakskathedrale. Die Ausstattung des Hauses erinnert jedoch auch wieder stark an die Dekorationen im Winterpalast, wenn auch ein paar Nummern kleiner. Die Vorstellung beginnt um 19 Uhr und Puccinis "Madama Butterfly" steht auf dem Programm. Durch die durchweg italienische Sprache herrscht also Gleichstand: Weder wir noch unser russischer Kollege verstehen die Texte. Nach drei Stunden Oper geht es dann wieder zurück zum Hotel und wir lassen den Abend gegenüber im "Wild Duck" ausklingen.

St. Isaakskathedrale
Blick nach Süden
Am nächsten Morgen gehen wir es zunächst etwas ruhiger an. Gegen 10:20 frühstücken wir und machen uns dann um 11 Uhr vormittags, also kurz nach Sonnenaufgang, zu Fuß auf den Weg zur St. Isaakskathedrale. Der Zugang zum Rundgang um die Kuppel der Kathedrale öffnet im Winter nämlich um 11 Uhr und bevor es zum Katharinenpalast geht, wollen wir - bei Tageslicht - den Blick über die Stadt genießen. Viel Zeit bleibt uns aber nicht mehr und so sind wir (oder nur ich?) nach den 211 Stufen doch etwas außer Puste. Der Ausblick ist auch wirklich lohnend, aber der kalte Wind ist im Gesicht wirklich beißend und weht oben auf der Kathedrale auch entsprechend stärker wie noch unten auf der Straße. Als wir dann um kurz vor 12 wieder vom Turm herunterkommen wartet am Ausgang auch schon Evgeny auf uns, der mit uns den Katharinenpalast besichtigen wird. Also schnell aus der Kälte zu seinem Auto und schon sind wir auf dem Weg nach Puschkin.

Katharinenpalast
Blick in Richtung Ballsaal
Eines der Speisezimmer
Nach etwa 45 Minuten Fahrt befinden wir uns dann vor den Toren der Stadt. Hier ist es auch schon merklich kälter und der Schnee bleibt deutlich besser liegen. Eine Besichtigung der Gartenanlagen sparen wir uns daher und wählen direkt den Weg zum Eingang des Palastes. Die zu besichtigenden Räumlichkeiten befinden sich im ersten Stock, welchen wir über eine äußerst repräsentative Treppe erreichen. Direkt an diese angrenzend kommen wir in den großen Ballsaal. Die barocke Pracht erschlägt einen nahezu. Die komplette Decke ist von einem riesigen Gemälde bedeckt und die Vergoldungen an den Wänden benötigten über 100 kg Blattgold. Vom Ballsaal geht es weiter durch mehrere ähnliche Räume, über und über mit Gold verziert. Jeder Raum mit Deckengemälden ausgestattet. Das Gold scheint erst abzunehmen, als wir uns durch die Privatgemächer bewegen. Was nicht bedeutet, dass die Pracht dadurch merklich abnimmt. Aber die Dekorationen werden bunter. Gegen Ende des Rundgangs steht man relativ unvermittelt auf einmal im Bernsteinzimmer. Während die Pracht desselben die umliegenden Räume nicht einmal unbedingt übertrifft, sind Fotoaufnahmen hier allerdings bei 5000 Rubel Strafe verboten. Die Aufpasser schauen auch gleich ganz böse.

Auferstehungskirche
Altarbereich
Mittlere Kuppel
Vom Katharinenpalast geht es dann wieder zurück nach Sankt Petersburg. Noch ist es angenehmerweise nicht dunkel und so können wir die Auferstehungskirche noch im Hellen besichtigen. Als einziges Gebäude in der Petersburger Innenstadt ist diese Kirche nicht in klassischer westlicher Tradition erbaut, sondern im russischen Jugendstil. An der Stelle erbaut, an der Zar Alexander der Zweite ermordet wurde, wurde das Gebäude jedoch nie in Ihrem sakralen Zweck genutzt. Die Pracht im Inneren ist jedoch auch im Vergleich mit dem Marienpalast zuvor immer noch prächtig. Über und über mit kirchlichen Motiven bedeckt, sind dies jedoch keine gemalten Bilder, sondern ausschließlich Mosaiken. Auch hier natürlich wieder mit kilogrammweise Gold verziert.


Die Moika bei Nacht
Brücke zur Peter-und-Paul-Festung
Im Anschluss geht es, vor der Abreise am Sonntag, noch ein letztes mal durch die Stadt. Zunächst gehen wir von der Auferstehungskirche zurück in Richtung Eremitage. Diese passieren wir dann auf der Neva-Seite und entschließen uns dann kurzfristig, hinüber zur Peter-und-Paul-Festung zu laufen. Die Festung, welche mit der Gründung Sankt Petersburgs erbaut wurde, sollte Russland im frühen 18. Jahrhundert vor den Schweden schützen. Inzwischen ist es dunkel geworden und ein kalter Wind weht über die Neva, während wir diese auf dem Weg zur Festung überqueren. Über zwei weitere Brücken kommen wir schließlich 20 Minuten später an. Als wir den Graben hinüber zur Insel überqueren, bemerken wir, dass dieser komplett mit Eis gefüllt ist. Im Gegensatz zur Neva selbst, auf welcher nur hin und wieder eine Scholle vorbei schwimmt, ist die gesamte Fläche gefüllt. Innerhalb der Festung besichtigen wir noch die Peter-und-Paul Kathedrale, in welcher gerade eine orthodoxe Messe stattfindet. Im Anschluss geht es dann zum Abendessen und danach noch ein letztes Mal ins "Wild Duck".

Peter-und-Paul Kathedrale

Samstag, 7. Dezember 2013

Sankt Petersburg - Eremitage

Nach einigen Tagen Funkstille gibt es nun endlich ein kleines Update und Lebenszeichen zu meinem Besuch in Russland. Primär wird natürlich gearbeitet und deshalb ist dann abends meist nicht mehr all zu viel Zeit, hier noch etwas zu posten. Dafür wird der aktuelle Beitrag sehr bilderlastig. Für die Lesefaulen unter euch also geradezu ideal. Aber der Reihe nach:

Am Dienstag war also der erste komplette Tag hier in Sankt Petersburg, und nach einem Tag im Büro ging es erst relativ spät ins Restaurant. Zum Essen gab es dann einen Burger und zum Nachtisch Apfelstrudel. Also auch nicht wirklich traditionell russische Kost und daher hier nicht unbedingt erwähnenswert.

Generäle des vaterländischen Krieges
Thronsaal der Zaren
Mittwochs wird die Arbeit im Büro dann allerdings etwas früher beendet. Schon kurz nach 17 Uhr Ortszeit machen wir uns auf den Weg in die Eremitage. Mit dem Winterpalais, welches Teil der Eremitage ist, einerseits eines der kulturhistorisch wichtigsten Gebäude Sankt Petersburgs und gleichzeitig eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Zunächst ging es für uns ins erste Obergeschoss. Hier sind die klassischen Meister ausgestellt. Neben einem kompletten (großen) Raum voller Rembrandts sind hier auch Werke weiterer Künstler wie Leonardo da Vinci und Michelangelo ausgestellt. Und selbst ein Kunstbanause wie ich es bin, steht doch immer wieder vor Bildern, welche man schon des Öfteren auf verschiedenen Abbildungen gesehen hat. Hier hängen also die Originale. Bei Rembrandt "fehlen" allerdings 16 Werke. Die wurden unter Stalin in den Westen verkauft, um davon eine Autofabrik zu bauen.
Rembrandtsaal


Leonardo da Vinci: Madonna Litta
Pfauenuhr mit Schaulustigen
Hauptaufgang in den ersten Stock
Zum Ende unseres Rundganges durch den ersten Stock sehen wir uns noch die Pfauenuhr an. Eine Spieluhr bei welcher sich, immer zur vollen Stunde, ein goldener Pfau dreht und sein Rad schlägt. Ein ganzer Raum voller Leute steht also da und wartet unter furchtbar schrägem Gebimmel darauf, dass ein goldener, künstlicher Vogel kurzzeitig seine Federn spreizt. Für mich ist hier die Frage, ob der künstliche Vogel faszinierender ist, oder die Meute welche davorsteht und Beifall klatscht (was den Vogel allerdings kalt lässt).


In der Schule: Johann Peter Hasenclever
Gang in der Eremitage
Danach geht es für uns einen Stock höher, wo die modernen Künste ihren Platz finden. Zunächst gibt es einen Raum voller Werke von Cezanne, gefolgt von Gauguin und Matisse. Für die Werke von Picasso reicht ein Raum nicht einmal mehr aus und auch einige Werke von  Caspar David Friedrich finden sich noch zum Ende des Rundganges.







Palastplatz Sankt Petersburg
St. Issaak Kathedrale bei Nacht
Zum Abschluss gehen wir noch quer über den Palastplatz hinüber zum Nevskij Prospekt und von dort zurück über die Neva, wieder  auf die Wassiljewski-Insel auf der auch unser Hotel liegt. Wir gehen den komplette Weg zu Fuß und ignorieren den doch recht kalten Wind. Auf der Neva treiben schon die ersten Eisschollen in Richtung Ostsee. Zu essen gibt es zwar wieder nichts traditionell russisches, lecker ist es aber trotzdem.

Eremitage bei Nacht
Eis auf der Neva
Der Donnerstag steht dann wieder im Zeichen der Arbeit. Abends gehen wir zusammen mit unseren russischen Kollegen essen. Auf dem Weg schneit es so stark, dass sich bei Ankunft in dem Cafe (nach ca. 800 m Fußweg) auf meiner Mütze eine geschlossene Schneedecke gebildet hat. Allerdings gibt es auch hier keine Bilder. Nach dem Abendessen besuchen wir noch "kurz" den Irish Pub gegenüber unseres Hotels, das "Wild Duck". Die Ente, welche durch den Pub watschelt, ist zwar nicht wirklich wild, jedoch auch nicht stubenrein. Nach zwei Bier und zwei Wodka geht es dann schließlich zurück ins Hotel. Das kulturelle Programm wird erst am Freitag fortgesetzt. Doch davon morgen mehr.

Montag, 2. Dezember 2013

Grüße aus Sankt Petersburg

Ich bin zwar aktuell nicht im Urlaub, aber als Reise zählt der Aufenthalt hier in Sankt Petersburg in jedem Fall und so werde ich also versuchen diese Woche den ein oder anderen Beitrag mit dem ein oder anderen Foto online zu stellen.
 
Vom heutigen Tag gibt es allerdings noch nicht allzu viel zu erzählen. Nach sehr frühem Aufstehen und dem Flug kamen wir erst gegen 14:30 Uhr Ortszeit hier in Sankt Petersburg an und sind dann nach dem Einchecken im Hotel zunächst einmal ins Büro, den hiesigen Kollegen Hallo-sagen und ein paar Mails beantworten. Für Sightseeing war da dann schon keine Zeit mehr.
 
Nach der Arbeit ging es dann noch ins Restaurant zu Pelmeni mit Butter und Schmand, gefolgt von Hase mit Pilzen und Kartoffelbrei. Beides äußerst lecker und zumindest mit den Pelmeni habe ich damit die erste russische Spezialität schon probiert, welche mir am Wochenende noch ans Herz gelegt wurde. Anschließend ging es dann auch schon zurück ins Hotel und ich Richtung Bett, die Nacht ist morgen schon drei Stunden früher vorbei wie sonst.
 
Ausblick aus meinem Hotelzimmer