Freitag, 19. Oktober 2018

Kastilien - El Escorial

Königshof der Klosterresidenz
Bibliothek
Da für Freitag schlechtes Wetter angekündigt war und wir uns eine "Indoor-Aktivität" suchen mussten, ging es zum dritten Ausflug unserer Kastilienreise, streng genommen nicht mehr in Kastilien gelegen, zum Escorial in der Nähe von Madrid. Die Klosterresidenz der spanischen Habsburger und Bourbonen wurde durch Phillip II. ab 1563 errichtet und ist der größte Reneissancebau der Welt. Nach Betreten der Anlage durch einen Seiteneingang ging es für uns zunächst quer über den  Innenhof, genannt Königshof, zum großen Haupteingang im Westen, über dem die Bibliothek der Residenz eingerichtet wurde. Da in den Innenräumen der Gebäude fotografieren leider verboten ist, musste man sich hier etwas zurückhalten oder schauen, dass keine Aufpasser in der Nähe waren.

Basilika der Klosterresidenz
Pantheon der Infanten
Nach Besichtigung der Bibliothek überquerten wir abermals den Königshof und betraten gegenüber die zentrale Basilika des Klosters, welche ursprünglich über 3.000 Reliquien beinhaltet hatte. Nach Plünderung durch die Franzosen sind aber über 90% verloren gegangen. Über einen der Kreuzgänge ging es anschließend hinab in das Pantheon der Infanten, wo seit Gründung der Residenz die Kinder der spanischen Monarchen beigesetzt werden. Im etwas weiter gelegenen Pantheon der Könige war die Wärterin leider sehr aufmerksam und der Raum sehr arm an toten Winkeln, so dass wir von dort kein eigenes Bild haben.

Privatgemächer der Bourbonen
Residenz von Nordosten
Zuletzt ging es noch in die Privatgemächer der Habsbuger und der Bourbonen welche entlang des Ostflügels der Residenz, mit Blick auf die Gärten der Anlage, eingerichtet waren. Dabei führte uns unser Weg sowohl durch die Schlaf- und Arbeitszimmer der Könige und Königinnen, als auch durch die repräsentativen Räume, in welchen Audienzen und Empfänge abgehalten wurden. Nach Abschluss der Besichtigung gab es in einem der kleineren Innenhöfe noch unser wohlverdientes Vesper, bevor wir wir dann durch den Regen wieder die Heimreise antraten.

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Kastilien - Salamanca

Am nächsten Tag unserer Kastilien-Reise ging es auf zu einer etwas längeren Fahrt nach Salamanca. Ebenfalls ein Ziel aus der Kategorie Weltkulturerbe. Aufgrund eines weiteren gemütlichen Morgens stellten wir unser Auto erst kurz nach Mittag in Salamanca ab und begaben uns in die Innenstadt. 

Casa de las Conchas
Casa de las Conchas
Patio
Nach einem Abstecher zur Touristeninformation und mit einem Stadtplan bewaffnet erreichten wir zunächst die Casa de las Conchas, einen alten Stadtpalast in Salamanca. Besonders auffällig ist die über und über mit Steinmuscheln bedeckte Fassade, welche darauf hinweist, dass der Erbauer des Palastes ein Ritter des Santiagoordens war. In dem Gebäude ist inzwischen die städtische Bilbliothek untergebracht und so ist der Patio kostenfrei zu besuchen.


Kathedralen von Salamanca
Neue Kathedrale
Alte Kathedrale
Anschließend betraten wir die Kathedralen von Salamanca, quer gegenüber des Stadtpalastes gelegen. Nachdem im 16. Jahrhundert die alte Kathedrale zu klein geworden war, wurde direkt angrenzend eine neue, größere Kathedrale gebaut. Die alte Kathedrale existiert jedoch, weitestgehend, bis heute und beide Gebäude sind direkt miteinander verbunden. Beide Kirchen verfügen zudem über eine runde Kuppel über der Vierung und teilen sich einen höheren Glockenturm. Über einen getrennten Zugang von Süden ist dieser zu besichtigen. Zusätzlich führt der Turmrundgang auch noch entlang der Seitenschiffe der beiden Kathedralen und in luftiger Höhe durch das innere beider Kirchen. Bei einem Besuch von Salamanca sollte dieser Rundgang auf keinen Fall weggelassen werden. Interessant ist auch die Einrichtung einer Einbahnstraße für den Rundgang und ein Ampelsystem für den letzten Teil des Aufstiegs, einer engen Treppe, dich auch abwärts begangen werden muss.

Die Kuppeln beider Kathedralen
Römische Brücke
Tormes
Römische Brücke mit Kathedralen
Weil es inzwischen Zeit für ein verspätetes Mittagessen geworden war, führte uns unser nächster Weg hinab an den Tormes, wo wir neben der alten Römerbrücke unsere mitgebrachten Vesperchen verspeisten. Nach einem kurzen Abstecher auf die andere Flußseite mit Blick auf die Kathedralen stiegen wir schließlich wieder hinauf in die Altstadt um dort die älteste bestehende Universität Spaniens anzusehen.


Universität von Salamanca
Kreuzgang der Universität
Bibliothek
Die Universität von Salamanca wurde bereits im Jahre 1218 gegründet und ist damit eine der ältesten Universitäten Europas. Der Bau des ersten Universitätsgebäudes wurde jedoch erst im Jahre 1415 begonnen. Für diesen Bau wurde ähnlich wie bei einem Kloster, ein zentraler Kreuzgang angelegt, von dem aus die verschiedenen Hörsäle betreten werden konnten. Neben weiteren Räumlichkeiten wie etwa einer Bibliothek und einem Raum für den Senat, wurde zur damaligen Zeit natürlich auch eine große Kapelle errichtet.

Plaza Mayor
Plaza Mayor
Auf dem Rückweg zu unserem Auto kamen wir dann noch einmal an der Plaza Mayor vorbei, dem vermeintlich schönsten Platz Spaniens. Aufgrund von Aufbauarbeiten für eine Veranstaltung war ein freier Blick über den gesamten Platz leider nicht möglich.

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Kastilien - Ávila

Nach längerer Zeit und vielen anderen Urlauben sind wir mal wieder auf einem klassischen "Sightseeing"-Urlaub. Entschieden haben wir uns für eine Woche im Süden von Kastilien. Eine Woche Weltkulturerbe. Und da es in unserer Unterkunft auch wie bestellt Internet gibt, kann man (wie schon auf Rhodos) des Abends auch gleich die Erlebnisse des Tages zusammenfassen.

Stadtmauer von Ávila
Stadtmauer mit Kathedrale
Aufgrund eines gemütlichen Morgens kamen wir erst gegen 12:00 Uhr an unserem ersten Ziel des Urlaubs an. Der Stadt Ávila, etwa 30km von unserer Unterkunft in Navas de San Antonio entfernt. Als erstes ging es für uns dann zur Auffälligsten der Sehenswürdigkeiten der Stadt, auf einen Rundgang über die Stadtmauer, welche die Altstadt noch immer komplett umringt (ca. 2,5 km Länge). Etwas mehr als die Hälfte der Stadtmauer ist auch zu Fuß (und mit Audioguide) zu besichtigen. Nachdem wir die Altstadt und die Stadtmauer durch die Puerta del Carmen betreten hatten, ging es also auf der Mauer entlang bis zur Puerta de la Catedral, wo wir die Mauer wieder verließen. Einen kleinen, weiter begehbaren Teil der Stadtmauer ignorierend, ging es dann erst einmal zum Mittagessen gegenüber des Tores.

Klosterkirche
Kreuzgang der Könige
Nach dem Essen versuchten wir zunächst eine der Kirchen zu besichtigen, welche sich außerhalb der Stadtmauern befinden, und gemeinsam mit der Altstadt das Ensemble des Weltkulturerbes bilden. Bereits in mittelalterlichen Zeiten war der Bereich innerhalb der Mauer zu eng geworden. Nachdem in der Basílica de San Vicente gerade eine Beerdigung beginnen sollte, machten wir uns dann auf den Weg zum Real Monasterio de Santo Tomás, einem königlichen Kloster im südosten der Stadt. In diesem Kloster hatten die katholischen Könige (Isabella I von Kastilien und Ferndinand II von Aragon) private Gemächer und außerdem ließen sie ihren Sohn Johann nach dessen Tod dort bestatten.

Mit einem kurzen Stopp an Cuatro Postes, einem Aussichtspunkt gegenüber der Stadt, ging es dann gegen 18:30 Uhr wieder zurück nach Navas de Sant Antonio.

Samstag, 11. November 2017

MTP-Transalp - Alta Via Claudia - Teil 2

Tag 3: Ischgl - Mals
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
25.07.2017 104 km 1.330 m 1.620 m 09:00 h Alta Via Claudia - Tag 3

Alta Via Claudia - Tag 3
Inn bei Fließ
Am dritten Tag sollte unser Weg eigentlich über das Zeblasjoch ins Samnaun und von dort zum Reschenpass führen. Beim Frühstück erfahren wir dann allerdings, dass es in der Nacht geschneit hat und schon 200m unterhalb der Passhöhe rund 10-20 cm Neuschnee liegen. Wir entscheiden uns dann für den Umweg über Landeck. Dies bedeutet zwar ein paar Meter weniger Steigung, allerdings auch einen Umweg von rund 50 km Länge.
Pünktlich zu unserem Aufbruch beginnt es gegen 10:00 Uhr dann auch zu regnen. Wir machen uns trotzdem auf den Weg und fahren zunächst, meist auf den asphaltierten Straßen der B188, an der Rosanna entlang bis hinab nach Landeck. Dort wechseln wir dann auf den Inntalradweg und fahren immer am Fluss entlang Richtung Reschenpass. Nach einer Mittagspause in Pfunds erreichen wir um 15:30 schließlich Finstermünz und damit unseren eigentlichen Weg durch das Samnaun.
Innüberquerung bei Finstermünz
Postkartenmotiv am Reschen-Stausee
Bei Finstermünz überqueren wir ein letztes Mal den Inn, direkt auf der anderen Innseite beginnt dann der zunächst sehr steile Aufstieg in Richtung Reschenpass. Zum ersten Mal an diesem Tag sind wir nun auch auf schmalen Pfaden unterwegs und müssen streckenweise sogar absteigen. Gegen 17:20 Uhr erreichen wir dann die Passhöhe auf knapp über 1500m und kommen damit auch nach Italien, wo passenderweise auch gleich das Wetter besser wird. Die nächsten Kilometer führen dann flach an Reschensee und Haidersee entlang, bevor wir, auf bestens ausgebauten Radwegen, hinab ins Vinschgau fahren. Um 18:40 Uhr erreichen wir schließlich unser Hotel.


Tag 4: Mals - Ulten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
26.07.2017 105 km 2.550 m 2.140 m 11:00 h Alta Via Claudia - Tag 4

Alta Via Claudia - Tag 4
Startpunkt in Mals
Für den vierten Tag der Transalp steht die "Königsetappe" der Tour auf dem Programm. Die ersten Kilometer des Weges sind dabei bestens ausgebaut. Immer entlang des Etschtal-Radweges fahren wir durch die Obstplantagen des Vinschgau. So schaffen wir in den ersten zwei Stunden fast 50 km und machen in Naturns eine kurze Pause, bevor es an den langen Anstieg zur Naturnser Alm hinauf geht. Bis zu der Einkehrmöglichkeit an der Alm ist eine Höhendifferenz von etwa 1.350m zu überwinden. Auf den ersten Metern stellt sich das noch recht einfach dar, allerdings wird es immer zäher, so dass ich die Alm zu guter Letzt nach etwa 2:45h erreiche. Dort gibt es zur Stärkung dann erst einmal einen Kaiserschmarrn, bevor wir die restlichen 50 Höhenmeter bis zur Passhöhe angehen.
Abstieg ins Ultental
St. Pankraz im Ultental
Die Abfahrt führt zunächst über grob geschotterte Wege bergab durch den Wald. Nach etwa der Hälfte der Strecke nach St. Pankraz folgt noch einmal ein kurzes Stück bergauf, bevor es dann auf geteerter Straße komplett ins Ultental hinab geht. Da unsere Unterkunft für diesen Abend jedoch ganz am Ende des Tales liegt, haben wir noch 25 km Strecke vor uns, auf denen noch einmal 750 Höhenmeter überwunden werden müssen. Aufgrund der schon absolvierten Strecke sind wir allerdings nicht mehr ganz so zügig unterwegs, und kommen erst um 20:30 Uhr, ordentlich fertig, in Ulten an.


Tag 5: Ulten - Bozen
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
27.07.2017 68 km 520 m 1.710 m 04:40 h Alta Via Claudia - Tag 5

Alta Via Claudia - Tag 5
Burg Maultasch im Etschtal
Die Route des letzten Tages sollte eigentlich über das Rabbijoch nach Cles führen und von dort mit dem Zug nach Bozen, von wo dann der Zug zurück nach München abfährt. Nach den ersten 350 m Anstieg fordern allerdings die vorherigen Tage ihren Tribut und aufgrund von Schmerzen in beiden Knien spare ich mir den letzten Pass und fahre über das Ultental wieder hinab ins Tal. Auf dem selben Weg wie am Abend des Vortages geht es das Ultental hinab und dann weiter steil bergab nach Lana. Dort treffe ich dann wieder auf den Etschtalradweg, welchem ich bis nach Bozen folge. Dort habe ich dann noch ein paar Stunden Zeit, bei einem Eis auf den Zug nach München zu warten. 

Montag, 30. Oktober 2017

MTP-Transalp - Alta Via Claudia - Teil 1

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer
23. - 27.07.2017 ca. 384 km ca. 7.950 m ca. 8.400 m 5 Tage

Bereits im Herbst des vergangenen Jahres wurde ich gefragt, ob ich einen Freund bei seiner Mountainbike Transalp begleiten will. Und in Ermangelung jeglicher Mountainbike-Erfahrung dachte ich mir, das müsse sicherlich machbar und unterhaltsam sein. Nachdem wir im Frühjahr dann (mit geliehenem Rad) eine Testtour gemacht hatten, stand der Plan endgültig und Unterkünfte etc. konnten gebucht werden. Als Route wurde die Alta Via Claudia ausgewählt, welche von Oberstdorf nach Riva del Garda führt. Aus Zeitgründen wurde allerdings die letzte Etappe gestrichen, so dass das Ziel der letzten Etappe nun der Bahnhof von Bozen ist. Rechtzeitig zur Tour dann mit dem eigenen Mountainbike.


Tag 1: Oberstdorf - Ulmer Hütte
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
23.07.2017 51 km 2.100 m 730 m 10:45 h Alta Via Claudia - Tag 1

Alta Via Claudia - Tag 1
Aufstieg zum Schrofenpass
Am ersten Tag heisst es wieder einmal, wenn es in die Berge geht, früh aufstehen. Der Zug nach Oberstdorf fährt bereits um kurz nach 5:00 Uhr morgens, auch wenn es mit Umsteigezeiten, Regionalzügen und Warten auf die restlichen Teilnehmer schließlich bis ca. 10:00 Uhr dauert, bevor wir in Oberstdorf losfahren können.
Bei noch gutem Wetter geht es auf guten Wegen - teils geteert, teils geschottert - südlich aus Oberstdorf hinaus ins Stillachtal. Nach etwa 1:30 h erreichen wir so die Untere Biber-Alpe, wo wir noch einmal einkehren, ehe es zum Schrofenpass hinauf geht. Anschließend wird der Weg schnell deutlich steiler und gröber, bevor er dann in einen Pfad übergeht. Die ersten paar Meter des Pfades versuchen wir zwar noch zu fahren, müssen dies jedoch schnell aufgeben. Der Aufstieg zum Schrofenpass beginnt und mit diesem die ersten großen Schiebe-/Tragepassagen der Tour. Außerdem wird das Wetter nun trüber und so ist die Passhöhe nicht zu sehen. Gegen 13:15 Uhr erreichen wir schließlich die Passhöhe auf ca. 1690m und machen uns direkt an den Abstieg. Zunächst noch mit einigen Schiebestellen geht es dann zügig bergab nach Warth, welches wir kurz nach 14:00 Uhr erreichen.
Nebel vor dem Flexenpass
Aufstieg zur Ulmer Hütte
Da wir uns in Warth mit unserem 4. Mann treffen wollen, welcher mit seinem Liegerad über das Lechtal gefahren ist, fällt die dortige Pause etwas länger aus. Erst nach drei Stunden brechen wir in Richtung Flexenpass auf. Unser Weg führt uns nun, asphaltiert, über die B198. Nur kurz hinter Lech umgehen wir mehrere Tunnel mithilfe kurzer Schotterpassagen. Hinauf nach Zürs und zum Flexenpass müssen wir allerdings wieder auf die Straße zurück. Das Wetter wird nun immer ungemütlicher, denn in den Nebel mischt sich nun teilweise auch etwas Regen.
Zu Beginn des Aufstiegs zum Arlbergpass müssen wir allerdings eine Zwangspause einlegen. Aufgrund der Sperrung des Arlbergtunnels ist die Passstraße für Fahrräder gesperrt und wir müssen auf den Schuttle-Service warten, welcher uns bis zur Passhöhe fährt. Von dort aus geht es für uns allerdings noch einmal rund 500m bergauf, da wir unsere Übernachtung auf der Ulmer Hütte gebucht haben. Und so kommen wir erst gegen 20:50 Uhr auf der Hütte an, bekommen aber dank telefonischer Voranmeldung auch um diese Uhrzeit noch eine warme Mahlzeit.


Tag 2: Ulmer Hütte - Ischgl
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
24.07.2017 55 km 1.270 m 2.200 m 07:45 h Alta Via Claudia - Tag 2

Alta Via Claudia - Tag 2
Bergauf durchs Schönverwall 
Am Morgen des zweiten Tages hat sich das Wetter weiter verschlechtert. Es regnet in Strömen und es geht ein teilweise sehr böiger Wind. Wir warten mit der Abfahrt so lange, bis sich der Regen, gefühlt, etwas abgeschwächt hat: um 09:45 Uhr geht es schließlich los. Unsere Route führt uns zunächst den Aufstieg des Vorabends hinab bis zum Arlbergpass und von dort dann die Passstraße hinab bis an den Ortsrand von St. Anton. Dort biegen wir südlich ab und folgen dem Weg hinauf ins Schönverwall. Wie meist, beginnt der Weg hier asphaltiert und wechselt dann bald auf einen Schotterweg, bevor dieser dann schließlich einige Kilometer später in einen Wanderpfad übergeht. Etwas vor der Heilbronner Hütte gelangen wir dann an eine Steilstelle, an der  wir die Räder, etwas matschig, hinaufwuchten müssen. Gegen 14:20 Uhr erreichen wir die Hütte auf etwa 2300m Höhe und legen eine ausgedehnte Pause ein, während der wir unsere Kleidung in den Trockenraum hängen.
Abfahrt nach der Heilbronner Hütte
Regenbogen im Paznauntal
Nach 45 Minuten geht es schließlich weiter. Noch 25 Kilometer sind bis Ischgl zurückzulegen, bis auf ein kurzes Zwischenstück führen diese allerdings nur bergab. Zunächst führt der Weg südwärts, teilweise geschottert, dann nach Südwesten und Süden zum Stausee Kops. Diesen passieren wir nördlich, bevor wir auf Nebenstraßen ins Paznauntal hinabfahren. Die letzten Kilometer geht es entlang der Trisanna, immer leicht bergab, bis nach Ischgl, welches wir gegen 17:30 Uhr erreichen. Bevor wir dort aber unsere Zimmer im Gasthof beziehen, leihen wir uns noch den Gartenschlauch aus und spritzen Fahrräder und Fahrradfahrer grob ab. Der Tag hatte seine Spuren hinterlassen.

Sonntag, 6. August 2017

Eiskurs - Wildspitze

Tourdaten
Datum Länge Aufstieg Abstieg Dauer Link
13.07.2017 17,5 km 1.440 m 1.440 m ca 11:30 h Wildspitze

Route über Taschachferner
Aufstieg im Nebel
Für den Donnerstag war laut Wetterbericht das beste Wetter der gesamten Eiskurs-Woche zu erwarten und damit stand der Termin für die geplante Besteigung der Wildspitze schon Tage vorher fest. Früh aufstehen lautete damit die Devise für diesen Morgen. Die Rucksäcke wurden bereits am Vorabend gepackt und nachts um 03:45 Uhr klingelte der Wecker. Punkt 04:00 Uhr trifft man sich zum Frühstück. Da außer uns noch weitere Gruppen die Wildspitze in Angriff nehmen wollen, ist für uns sogar um diese Uhrzeit das Frühstücksbuffet vorbereitet worden. Gut gestärkt machen wie uns also um 04:45 Uhr, im Schein unserer Kopflampen, auf den weg in Richtung Gletscher. Diesen Weg sind wir in den vorangegangenen Tagen, im Rahmen der Eisausbildung, bereits zwei mal gegangen und so birgt er auch im Dunkeln keinerlei Überraschungen. Gegen 05:30 Uhr erreichen wir den Gletscher und ziehen die Steigeisen an. Der gesamte Weg zur Wildspitze führt uns ab hier über den Taschachferner. Noch ist es allerdings nicht nötig, sich zu einer Seilschaft einzubinden, da der Gletscher hier im unteren Bereich blank ist und so alle Spalten sichtbar sind. Die Kopflampen werden nun auch nicht mehr benötigt, da es langsam zu dämmern beginnt. Allerdings ist die Sicht noch nicht gut, da der Ferner noch komplett im Nebel hängt.

Als Seilschaft über den Gletscher
Letzter Aufschwung Richtung Gipfel
Nach weiteren rund 1:30 Stunden auf dem Gletscher erreichen wie in ca. 3.000 m Höhe den Bereich, in welchem nun Firn das Eis bedeckt. Ab jetzt sind nicht mehr alle Gletscherspalten einfach sichtbar und so binden wir uns nun zu einer Seilschaft zusammen und packen die Eispickel aus, welche wir ab jetzt nutzen werden
Auch wenn unser Weg in Richtung Wildspitze ausschließlich über den Taschachferner führt, führt uns dieser Weg nicht geradewegs in Richtung Gipfel. Um die Bereiche der meisten und größten Spalten zu meiden, suchen wir uns stets den Weg der geringsten Steigung über den Gletscher und dieser Weg führt uns in einer Rechtskurve in Richtung Süden. Links oberhalb unseres Weges liegt ein Bereich größerer Séracs, weshalb die Spur, der wir hier folgen, möglichst weit rechts angelegt wurde. Über ein paar kleinere Spalten führt der Weg hier allerdings trotzdem und so sinkt man hin und wieder mit einem Bein etwas tiefer ein. Meist sind die Firnbrücken, zu dieser frühen Stunde, noch recht stabil und wir kommen gut voran. Nach weiteren 90 Minuten und etwa 350 Metern Steigung biegen wir links ab und gehen nun in östlicher Richtung genau auf die Wildspitze zu. Die Sicht ist jedoch weiterhin ziemlich schlecht, so dass wir den Gipfel nur von Zeit zu Zeit kurz sehen können, meist sind wir weiterhin von Nebel umhüllt.
Kurz nach 09:00 Uhr erreichen wir schließlich den letzten steilen Gletscheraufschwung. Auf fast 3.500 m eine letzte "Hürde", bevor es über einen felsigen Grat hinauf zum Gipfel geht. Diese Stelle erreichen wir dann um kurz nach 10:00 Uhr und machen eine kurze Verschnaufpause.

Wildspitze Südgipfel
Südwestgrat zum Gipfel
Auch wenn die letzten 120 m des Anstieges bis zum Gipfel über einen felsigen Grat führen, lassen wir die Steigeisen angelegt. Auf dem gefrorenen Untergrund bieten diese einen besseren Halt und auch auf größeren Felsblöcken lässt es sich damit doch noch recht gut gehen. Etwa 35 Minuten benötigen wir für den Aufstieg über den Südwestgrat, so dass wir um kurz vor 11:00 Uhr auf dem Südgipfel der Wildspitze stehen. Das Wetter hat sich inzwischen ein wenig gebessert und hin und wieder kommt sogar die Sonne durch. Aufgrund der vielen Wolken ist jedoch keine Fernsicht gegeben.
Nach rund 15 Minuten am Gipfel steigen wir wieder zum Sattel unterhalb des Gipfels ab, wo wir die erste größere Pause einlegen und unsere mitgebrachten Pausenbrote verzehren und uns anschließend auf den Abstieg vorbereiten. Dieser erfolgt auf identischem Weg wie der Aufstieg, so dass wir auf dem Gletscher denselben Spuren folgen können, welche wir bereits während des Aufstiegs genutzt haben.

Ausblick von der Wildspitze (3.770 m)

Spaltenbergung vor dem Brochkogel
Gletscherspalte Taschachferner
Als wir uns um 12:00 Uhr auf den Rückweg machen, ist es inzwischen fast durchgehend sonnig, so dass wir die Jacken ausgezogen lassen können. Allerdings wird durch die steigenden Temperaturen nun auch der Firn immer weicher. Dies macht einerseits das Gehen anstrengender, andererseits steigt auch das Risiko, in eine Gletscherspalte einzusinken.
Wir steigen also zügig ab und lassen den letzten Aufschwung, welcher uns am Vormittag noch einiges an Kraft gekostet hat, zügig hinter uns. Der Brochkogel, welcher südlich unseres Weges liegt, macht nun seinem Namen alle Ehre, denn alle paar Minuten brechen Felsbrocken aus dessen Flanke, welche deutlich hörbar die Flanken herabfallen und schließlich unterhalb auf dem Gletscher landen. Dies jedoch in sicherer Entfernung unseres Weges.
Als wir nach etwa einer Stunde des Abstieges an einer großen Gletscherspalte vorbeikommen, legen wir noch einmal eine Pause ein, um im realistischen Umfeld die Spaltenbergung im Mannschaftszug zu üben. Nacheinander werden also zwei Mitglieder der Seilschaft in die Spalte hinabgelassen und dann durch die restlichen Mitglieder wieder herausgezogen. Anschließend geht es dann weiter bergab. Der Firn ist nun merklich tiefer, als beim Aufstieg, und immer wieder sinken Mitglieder unserer Gruppe bis zur Hüfte ein, ohne aber jemals komplett in einer Spalte zu verschwinden. Gegen 14:20 Uhr erreichen wir schließlich wieder den blanken Bereich des Gletschers und lösen uns aus der Seilschaft. Die Steigeisen lassen wir aber noch an, bis wir, noch einmal eine Stunde später, den Gletscher wieder verlassen. Um 16:15 erreichen wir schließlich wieder das Taschachhaus.

Freitag, 4. August 2017

Wildspitze

Wildspitze
Höhe 3770 m
Lage Tirol, Österreich
Gebirge Ötztaler Alpen, Weißkamm
Dominanz 48,5 km (Ortler)
Schartenhöhe 2263 m (Reschenpass)
Besteigung
Datum Donnerstag, 13.07.2017
Ausgangspunkt Taschachhaus, 2434 m
Route über Taschachferner
Steigung ca. 1440 m
Dauer ca. 6:00 h
Tour ca. 17,3 km, ca. 1440 hm